Schluss mit dem «Wort zum Sonntag»

Der Zizerser Pfarrer Andreas Rellstab hat vor Ostern zum letzten Mal das «Wort zum Sonntag» auf SRF 1 moderiert. Vor seiner Anstellung in Zizers war Rellstab Generalvikar für Graubünden des Bistums Chur. Wegen Meinungsverschiedenheiten mit Bischof Vitus Huonder verliess er diese Stelle 2011.

Pfarrer Andreas Rellstab in einem Garten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Andreas Rellstab widmet sich nun seiner Doktorarbeit. SRF

In den letzten anderthalb Jahren hat Andreas Rellstab im Turnus mit fünf Theologinnen und Theologen Kommentare zu christlichen, spirituellen und ethischen Fragen auf SRF 1 vorgetragen. Themen für das «Wort zum Sonntag» zu finden, sei nicht einfach gewesen. «In dreieinhalb Minuten hat man bloss Zeit für einen Aspekt. Das erschwert die Themenwahl. Bei einer Predigt ist das ganz anders», sagt Andreas Rellstab gegenüber der Sendung «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF 1.

Sehr viele Reaktionen von Zuschauern

Überrascht sei er über die vielen Reaktionen gewesen, so Rellstab weiter. Er sei vor allem in der Gemeinde, von Bekannten und der Verwandtschaft auf seine Sendungen angesprochen worden. Sehr viele der Rückmeldungen seien positiv gewesen. «Wenn ich allerdings einen Witz eingebaut habe, kam das nicht so gut an. Humor ist in einem solchen Sendegefäss schwierig und ausserdem Geschmackssache.»

Auf sein jetziges Verhältnis zu Bischof Vitus Huonder angesprochen, gibt sich Andreas Rellstab versöhnlich. «Wir haben nicht sehr viel miteinander zu tun. Wenn aber, dann begegnen wir uns völlig normal und nicht als Feinde.» Der Priester hatte 2011 wegen Differenzen mit dem Bischof sein Amt als Generalvikar abgegeben.

Neben Priesteramt an der Doktorarbeit

Andreas Rellstab ist in Zizers, dem Vorder- und Mittelprättigau zu 45 Prozent als Priester engagiert. «So bleibt mir Zeit für meine Doktorarbeit zum Thema Pastoraltheologie. Mir ist dabei der praktische Ansatz sehr wichtig. Bei der Arbeit geht es um die Betreuung der Kirchgemeinden während der Umstrukturierung und Regionalisierung. Die grosse Frage dabei ist: Wie können wir die neuen Strukturen managen, damit Freiraum für pastorale Arbeit entsteht?»