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Die Faszination der Gegensätze.
Aus Regionaljournal Graubünden vom 18.02.2020.
abspielen. Laufzeit 08:00 Minuten.
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Schweizer Literaturpreis «Ich fände es besser, wäre ich nicht die erste»

Die Engadiner Autorin Flurina Badel hat als erste Frau den Schweizer Literaturpreis für ein romanisches Buch erhalten.

«Tinnitus tropic» heisst der Gedichtband, für welchen Flurina Badel kürzlich mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet worden ist. Es ist eine Sammlung rätoromanischer Gedichte, die oftmals mit Gegensätzen spielen.

SRF News: Flurina Badel, Sie schreiben auch Deutsche Texte, weshalb verfassten Sie ihr aktuelles Werk auf Romanisch?

Flurina Badel: Einen deutschsprachigen Schriftsteller würde man kaum fragen, weshalb er sein Buch auf Deutsch schreibt. Es gibt mehrere Gründe, zum Beispiel habe ich mich in den letzten Jahren immer in der Zweisprachigkeit bewegt. Das verändert das Schreiben in der jeweils anderen Sprache. «Tinnitus tropic» ist ein Versuch, mit der Eigenständigkeit des Romanischen zu arbeiten.

Flurina Badel

Flurina Badel

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Flurina Badel lebt in Guarda, geboren und aufgewachsen ist sie in Lavin. In Basel hat sie 2015 den Master of Fine Arts in Basel absolviert, ausserdem arbeitet sie für Radiotelevisiun Svizra Rumantscha. Ihre Texte schreibt sie auf Romanisch und Deutsch.

Nervt Sie das manchmal, dass Sie eher auf die Sprache als auf den Inhalt der Texte angesprochen werden?

Viele Menschen haben die Tendenz, Sprachen gegeneinander auszuspielen. Das verstehe ich überhaupt nicht. Jede Sprache hat etwas eigenes, eigene Begriffe, die nur in der jeweiligen Sprache Sinn machen.

Viele Gedichte in «tinnitus tropic» spielen mit den Gegensätzen. Sie beschreiben etwa die Schönheit des Meeres, der Weg dorthin ist allerdings mit Plastikmüll zugedeckt. Was fasziniert Sie an solchen Gegensätzen?

Das nicht nur jedes Wort mehrdeutig ist, sondern dass all unsere Eindrücke und Erlebnisse zwei Seiten haben, das ist eines der Hauptthemen. Ein Beispiel sind die Reisegedichte. Beim Reisen erlebe ich das oft, wenn ich etwa einen Ort verlasse, kann ich traurig sein über den Abschied und mich gleichzeitig auf die Weiterreise freuen.

Sie sind die erste Frau, die den Literaturpreis für ein romanisches Buch erhält. Macht das die Freude umso grösser?

Ich fände es besser, wäre ich nicht die erste, hätte es schon viele vor mir gegeben. Ich finde es wahnsinnig schön, dass mein Buch mit dem Preis ausgezeichnet wurde. Es ist wichtig für mein Schreiben und natürlich ein willkommener finanzieller Zustupf. Ich strebe aber nicht nach Preisen.

Das Gespräch führte Marc Melcher.

SRF 1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; melm

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