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«Man sieht es dann am besten, wenn sich die Algen angesammelt haben»
Aus Regionaljournal Graubünden vom 12.08.2020.
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Sonnenschutz der Schneealgen Blutschnee entsteht durch Mikroorganismen

Während der Schneeschmelze kann im Hochgebirge ein farbiges Naturphänomen beobachtet werden. Dahinter stecken Algen.

Manch ein Bergsteiger mag sich im Sommer schon über rötlich schimmernde Schneefelder im Hochgebirge gewundert haben. Es scheint, als hätte jemand mit Sprühfarbe hantiert oder rotes Pulver auf der Schneedecke verteilt. Bei besonders intensiver Färbung entsteht der Eindruck, dass Blut in den Schnee gesickert ist - daher auch der Name Blutschnee.

Rötlich gefärbter Schnee
Legende: Sobald die Schneeschmelze im Hochgebirge einsetzt, kann sich die Schneedecke rötlich verfärben. Archiv SLF

Hinter diesem Naturphänomen stecken Grünalgen. Wie der Name schon sagt, sind diese Mikroorganismen im Frühjahr noch grün. «Im Sommer, wenn dann nur noch wenig Schnee liegt, lagern diese Organismen rote Farbpigmente ein», sagt Gebirgsökologe Christian Rixen vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos.

Das ist, wie wenn wir Menschen an der Sonne braun werden.
Autor: Christian RixenGebirgsökologe

Der rote Farbstoff schütze die Schneealgen vor starker UV-Strahlung, die im Hochgebirge oder in Polargebieten auftritt. «Das ist, wie wenn wir Menschen an der Sonne braun werden», sagt Christian Rixen. Je dünner die Schneedecke im Verlauf des Sommers werde, desto mehr würden sich die Farbpigmente ansammeln und der rote Farbton werde intensiver.

Blutschnee unter dem Mikroskop
Legende: Blutschnee unter dem Mikroskop. Archiv SLF

Wenn der Schnee komplett geschmolzen ist, lagern die Algen im Boden. «Und im nächsten Frühjahr, wenn die Schneedecke wieder null Grad hat, wandern sie gewissermassen zurück in den Schnee», sagt Rixen. Sollten die Algen im Schmelzwasser und somit im Trinkwasser landen, sei dies aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich.

Auch Wüstensand kann Blutschnee verursachen

Nicht nur Algen können Schneefelder rötlich erscheinen lassen. Auch Wüstenstaub, welcher durch Winde in Bergregionen verfrachtet wird, kann eine Art Blutschnee verursachen. Dabei komme es jedoch zu einer grossflächigen roten Färbung, sagt Rixen: «Durch Algen verursachter Blutschnee ist eher fleckig.»

Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr;

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