Sprachverbände gegen zweisprachige Gemeinden

Romanische Sprachorganisationen wollen nicht, dass die fusionierte Gemeinde Albula als zweisprachig gilt. Romanisch soll sie sein. Zudem soll die Kantonsregierung ihre Regelungen bei Gemeindefusionen anpassen.

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Bildlegende: Gemeinden sollen nicht zweisprachig sein. Keystone

Nicht nur die eine Gemeindefusion wird als problematisch empfunden. Auch bei anstehenden Fusionen im Oberhalbstein oder im Unterengadin gebe es offene Fragen, wie die Sprachverbände Lia Rumantscha und Uniun Rumantscha Grischun Central mitteilten.

Wenn mehrere romanische Gemeinden mit ein bis zwei deutschsprachigen Gemeinden fusionieren, entsteht gemäss der kantonalen Gesetzgebung und der geltenden Auslegungspraxis eine zweisprachige Gemeinde. So werde das Romanische früher oder später verdrängt, so die Verbände. Um diesen Effekt zu entschärfen, fordern die Sprachorganisationen die Kantonsregierung auf, ihre Praxis bei Gemeindefusionen zu ändern. Verschiedene Gesetze, insbesondere das Sprachgesetz und die Kantonsverfassung müssten bei Fusionen stärker zu Gunsten des Romanischen ausgelegt werden.