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Steuerdebakel in Graubünden 2,25 Millionen Franken falsch deklariert

Legende: Audio Politiker müssen Nachsteuern bezahlen abspielen. Laufzeit 02:20 Minuten.
02:20 min, aus Regionaljournal Graubünden vom 29.11.2018.

Bündner Grossrätinnen und Grossräte haben 15 Jahre lang fehlerhafte Lohnausweise erhalten. Reisezeiten-Entschädigungen waren falsch deklariert worden. Nun müssen die Parlamentarierinnen und Parlamentarier für die letzten zehn Jahre Nachsteuern bezahlen.

Zudem werden für die letzten fünf Jahre die Sozialversicherungsbeiträge fällig, wie das kantonale Departement für Finanzen und Gemeinden am Donnerstag mitteilte.

Der Fehler passierte bei der Einführung der Reisezeiten-Entschädigung im Jahr 2003

Der Fehler passierte bei den Entschädigungen, welche die Politiker für die Anreise nach Chur erhalten. Entgolten wird damit die Reisezeit. Das kantonale Personalamt deklarierte diese Zahlungen auf den Lohnausweisen fälschlicherweise als Spesen und nicht als Lohn. Als Folge wurden die Beträge weder versteuert, noch wurden AHV- und IV-Beiträge verrechnet.

Der Fehler passierte bei der Einführung der Reisezeiten-Entschädigung im Jahr 2003 und wurde erst jetzt entdeckt, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Für das laufende Jahr werden erstmals korrekte Lohnausweise ausgestellt.

Politiker werden zur Kasse gebeten

Die Entschädigungen belaufen sich für alle Mitglieder des 120-köpfigen Grossen Rates auf insgesamt auf 150'000 Franken pro Jahr. Insgesamt wurde also eine Lohnsumme von 2,25 Millionen Franken falsch deklariert.

Nachsteuern werden nun auf 1,5 Millionen Franken fällig, 0,75 Millionen Franken werden nicht mehr besteuert. Sozialversicherungsbeiträge werden auf eine Lohnsumme von 0,75 Millionen Franken nachbelastet. Es handelt sich um 19'000 Franken im Jahr, insgesamt also knapp 100'000 Franken.

Die Politiker werden zur Kasse gebeten, obwohl sie keine Schuld am Debakel trifft, wie der Kanton betonte. Um für die Zukunft Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen, soll in der anstehenden Dezembersession die Geschäftsordnung des Grossen Rates angepasst werden.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Einfach eine Schweinerei das so etwas passiert. So eine grosse Summe, über einen solchen Zeitraum. Bei Millionen von Arbeitern in der Schweiz wird auf jeden Rappen geschaut ob er rechtens bezogen und versteuert wurde. Gilt für die Regierung ein anderer Massstab? Ein Geld Skandal folgt dem anderen. Die Schweiz kritisiert Griechenland, Italien, die EU und andere wegen der Haltung in Geldangelegenheit und schafft es nicht im eigenen Land bei den Reichen und und der Politik für Ordnung zu sorgen.
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  • Kommentar von Joseph De Mol (Molensepp)
    Graubünden ist berühmt für den hervorragenden Wein, bestes Bündnerfleisch und bezaubernde Landschaften. Künftig kommen wohl noch Bananen hinzu. Denn leider mutiert das Bündnerland immer mehr zu einer Bananenrepublik!
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  • Kommentar von Hans Solenthaler (Hannes)
    Irgendwie kommt mir das komisch vor; jetzt haben wir doch einige geschulte und gescheite Politiker ( Juristen, Treuhänder, Buchhalter etc. ) und die haben das nicht bemerkt. Oder wollten es nicht merken. Wäre auch interessant wieviel „einfache Bürger“ von der Steuerbehörde wegen einer Lappalie von vielleicht 50 Stutz in die Panee gehauen worden sind ?
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    1. Antwort von Jürg Brauchli (Rondra)
      Natürlich haben das Einige realisiert. Im Übrigen wird ein Normalo strafffällig, wenn er einen offensichtlichen Fehler, oder einen Fehler, den er auch ohne spezielle Fähigkeiten hätte erkennen können, zu seinen Gunsten ausnutzt. Aber eben, Politiker sind halt keine Normalos.
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