Streit um Gleitschirm-Weltcup in Disentis

Anfang August trifft sich die internationale Elite der Gleitschirm-Flieger in Disentis. Dem Amt für Jagd und Fischerei Graubünden ist der Anlass seit Jahren ein Dorn im Auge. Dadurch entstehe eine massive Störung der Wildtiere.

Gleitschirmflieger über den Bergen bei Disentis Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Organisatoren haben Sperrzonen bestimmt. Wer sie überfliegt, wird gebüsst. zvg

«Wir haben beobachtet, wie Gämskitze von ihren flüchtenden Müttern getrennt wurden. Sie fangen ihre Mütter stundenlang nicht mehr», sagt Werner Degonda, Wildhüter-Bezirkschef im Bündner Oberland. Eine Beobachtung, welche die Wildhut jeweils während der Gleitschirm-Wettkämpfe rund um Disentis gemacht habe. Degonda spricht von einem «gravierenden wildbiologischen Problem». Nicht zuletzt aufgrund der Dauer des Weltcups - der Wettkampf findet während sieben Tagen statt.

Die Organisatoren betonen, bereits Massnahmen getroffen zu haben. So wurden, in Absprache mit der Wildhut, Sperrzonen bestimmt. Diese dürfen zum Schutz der Tiere nicht überflogen werden. Wer es dennoch macht, wird gebüsst.

Hoffen auf eine Einigung

«Wir können nicht den Sommertourismus fördern und gleichzeitig alles verbieten», sagt Organisator Martin Scheel. Die Diskussion werde immer wieder geführt, wenn es zu Konflikten zwischen Sportanlässen und Naturschutz kommt. Scheel hofft, dass sich Wildhut und Veranstalter irgendwann einigen können. Beide Seiten sind offen für gemeinsame Gespräche. Der Anlass wird wie gewohnt durchgeführt.