Transitzentrum Löwenberg: Keine sexuellen Übergriffe nachgewiesen

Die Bündner Staatsanwaltschaft schloss das Verfahren, das auf eine Anzeige hin aufgenommen wurde, nach einem Jahr ab. Es soll im Transitzentrum Löwenberg in Schluein nicht zu sexuellen Übergriffen gegenüber einer jugendlichen Asylbewerberin gekommen sein. Es soll aber intime Kontakte gegeben haben.

Transitzentrum Löwenberg von aussen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im September 2013 ging eine Anzeige wegen sexuellen Übergriffen im Transitzentrum Löwenberg ein. zvg

Die Untersuchung wurde gegen fünf Jugendliche des Transitzentrums geführt. Dabei konnte der Vorwurf der sexuellen Übergriffe den Beschuldigten nicht nachgewiesen werden, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Allerdings sei es wahrscheinlich zu sexuellen Handlungen gekommen mit einem jungen Mädchen, sagt Claudio Riedi von der Bündner Staatsanwaltschaft. «Diese wären aber strafrechtlich nicht relevant», erklärt Riedi. Die Beteiligten seien in etwa gleich alt gewesen, das heisst der Altersunterschied war nicht grösser als drei Jahre.

Zusätzlich konnte die Staatsanwaltschaft nicht nachweisen, dass das Mädchen zu irgendetwas gezwungen worden wäre. «Es konnten weder Drohungen noch Nötigungen nachgewiesen werden», sagt Riedi.

Das Verfahren wurde deshalb eingestellt. Drei Jugendliche wurden aber von der Jugendanwaltschaft wegen Rechtspflegedelikten zur Rechenschaft gezogen. Sie hatten bei den Einvernahmen falsche Angaben gemacht. Sie wurden zu persönlicher Arbeitsleistung verurteilt.

Weder die Strafbefehle noch die Einstellung des Verfahrens sind rechtskräftig. Sie können noch mit Einsprachen oder Beschwerden angefochten werden.