Unscheinbare Schlüsselstelle

Das Grüenbödeli zwischen Davos und Klosters ist während der meisten Zeit des Jahres nichts weiter als ein Ausstellplatz. Während des Weltwirtschaftsforums nimmt dieser aber eine Schlüsselrolle ein. Es geht um die Sicherheit der Teilnehmer.

Ein Ausstellplatz an der Kantonsstrasse zwischen Klosters und Davos - das Grüenbödeli ist auf den ersten Blick nichts weiter als das. Nur während des World Economic Forum wird aus dem einfachen Ausstellplatz etwas Besonderes. Er dient der Polizei und der Grenzwache dazu, den Verkehr nach Davos zu kontrollieren.

«  Der Instinkt der Polizisten ist entscheidend. »

Roberto Jörger
Kantonspolizei Graubünden

Verantwortlich für den Betrieb auf Grüenbödeli ist Roberto Jörger. Er agiert rund um das WEF als Chef der Kontrollposten. Die Aufgabe, welche die Polizistinnen und Polizisten auf der Kontrollstelle inne haben, sei keine leichte: «Sie müssen innerhalb weniger Sekunden entscheiden, ob ein Auto kontrolliert wird, oder nicht.»

Dabei müssen sich die Sicherheitskräfte auf ihr Bauchgefühl verlassen können. «Es geht um den Instinkt, der jeder Polizist hat. Ich würde mich dabei vielleicht für die Kontrolle anderer Fahrzeuge entscheiden, als dies mein Kollege tut.» Wird ein Autofahrer angehalten, muss er den Polizisten Red und Antwort stehen.

Danach kommt die Grenzwache zum Einsatz. Sie hat ein mobiles Röntgengerät dabei, mit dem sie Taschen und Koffer durchleuchten kann.

Von Speeren und Baseballschlägern

Roberto Jörger erinnert sich an einige Kuriositäten, welche die Polizei aus dem Verkehr gezogen hat: «Von Messern über Baseballschläger, bis hin zu Lanzen und Speere, haben wir schon alles gefunden.» Letztere hätten sich als Dekoration einer Band entpuppt, die ein Konzert in Davos spielte. Auf ihre Deko mussten die Musiker allerdings verzichten.

Grundsätzlich ist die Polizei auch befugt, Personen festzunehmen oder zurückzuschicken. «Das war früher häufiger der Fall, als die grossen WEF-Demonstrationen noch stattfanden», so Jörger.

«  Wir müssen noch besser kontrollieren, noch genauer hinschauen. »

Roberto Jörger
Kantonspolizei Graubünden

Und doch, die Polizisten haben in diesem Jahr besonders viel zu tun. Nach den Anschlägen auf Paris wurde das Sicherheitsdispositiv erhöht. «Wir müssen besser kontrollieren, genauer hinschauen», sagt Jörger, auf die neuen Umstände angesprochen.

Die grösste Herausforderung dabei sei es, die Leute zu motivieren: «Es ist eine monotone Arbeit, bei der die Konzentration schnell verloren gehen kann.»

Sendebezug: SRF1, Regionaljournal Graubünden; 12:30 Uhr