Gemeindefusionen Verhandeln, für was? Tujetsch winkt ab

Letzten Herbst hat eine Gruppe in der Oberen Surselva eine Initiative lanciert. Sie fordern Fusionsverhandlungen zwischen den Gemeinden rund um Disentis. In Tujetsch hat der Gemeindevorstand abgewinkt.

Karte mit den Gemeinden in der Cadi, die über eine Fusion nachdenken Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nächsten Mittwoch diskutiert das Tujetscher Gemeindeparlament über Fusionsverhandlungen. Der Vorstand lehnt diese ab. Grafik RTR

Beat Röschlin ist Präsident der Gemeinde Tujetsch und sieht im Moment keinen Anlass auch nur über eine Fusion nachzudenken. Die Notwendigkeit dafür fehle, erklärt der Ökonom. Ein Zusammenschluss mit den vier Gemeinden talabwärts sei vor allem ein Risiko, weil die Gemeinden kulturell wie auch strukturell sehr unterschiedlich seien.

«  Gerade hier oben - wir sind sehr verschieden. Kulturell, strukturell, die Bewohner. »

Beat Röschlin
Gemeindepräsident Tujetsch

Ganz anderer Meinung ist René Epp, Mitinitiant und CVP-Grossrat (mehr zur Initiative). Die Gemeinden in der Oberen Surselva würden im Moment nur «verwalten und verwahren, anstatt nach vorne zu schauen». In der Vergangenheit seien gemeinsame Projekte immer wieder gescheitert. Es brauche deshalb eine verbindliche Struktur, sprich eine Gemeinde, um sich gemeinsame Ziele für die Zukunft setzen zu können.

«  Wir müssen einen anderen Weg finden. »

René Epp
Mitinitiant und Grossrat (CVP)

Kommenden Mittwoch diskutiert nach dem Vorstand auch das Parlament die Initiative, die Fusionsverhandlungen fordert. Wie sich die anderen Gemeinden positionieren, ist noch nicht bekannt.