Verheiratet mit einem Alkoholiker - Zwei Frauen erzählen

Der Nationale Tag zur Alkoholprävention richtet sich in diesem Jahr an die Angehörigen. Frau H. und Frau S. erzählen von ihrem Leben zwischen Wut, Verzweiflung und Machtlosigkeit.

Leere Alkoholflaschen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Alkoholsucht zerstört nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch deren Angehörigen. Keystone

Frau H. und Frau S. sind heute verwitwet. Ihre Ehemänner sind schon länger verstorben. Beide Frauen kämpfen jedoch weiterhin mit dem Erlebten. Sie besuchen seit vielen Jahren eine Selbsthilfegruppe für Angehörige. Hier hätten sie reden, verstehen und analysieren gelernt. Sie wollen anderen Angehörigen Mut machen.

«  Ich dachte ich könne meinen Mann vom Alkohol weg bringen, dabei habe ich gelitten wie ein Hund. »

Frau S.

Bündner Aktion «Flaschenpost»

In Graubünden besteht ein zentrales und dezentrales Angebot aus verschiedenen Beratungsstellen. Um Angehörige von Alkoholabhängigen zu ermutigen, sich Hilfe und Unterstützung zu holen, ist zum landesweiten Aktionstag die Bündner «Flaschenpost» entwickelt worden. Am 19. Mai wird ein Flyer mit Ratschlägen in einer Flasche an verschiedenen Standorten im Kanton verteilt. Ziel ist es, dass die Botschaft durch diskrete Weitergabe seinen Weg zu den betroffenen Angehörigen findet.

«  Ich habe die Alkoholsucht meines Mannes unter den Teppich gewischt, auch noch als alle längst davon wussten. »

Frau H.

Man weiss, dass Angehörige eine wichtige Rolle spielen können. Die Ratschläge sollen Angehörigen helfen, ohne dass sie sich selbst überfordern. Zudem enthält der Flyer Informationen über die kantonalen und regionalen Beratungsstellen, deren Standorte und Telefonnummern.