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Legende: Audio Saisonniers in Schweizer Kupferminen abspielen. Laufzeit 03:52 Minuten.
Aus Rendez-vous vom 07.08.2019.
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Vor 2000-3000 Jahren Kupferabbau im grossen Stil hoch oben in Graubünden

Archäologen haben im Surses uralte Kupfer-Abbaugebiete entdeckt. Nun wird das Ausmass des historischen Bergbaus deutlich.

Dunkel und nass ist der rund acht Meter lange Stollen oberhalb des Marmorera-Stausees. Hier arbeitet Rouven Turck von der Universität Zürich an diesem Morgen mit zwei Studenten. Der Stollen ist die neuste Entdeckung rund um den Kupferabbau am Julierpass. «Wir finden im Stollen das Malachit, den Grünspan. Das sind die ersten Hinweise darauf, dass es Kupfer hatte.»

Wir gehen davon aus, dass die Menschen hier saisonal stationiert waren.
Autor: Rouven TurckArchäologe Universität Zürich

Im ersten Jahrtausend vor Christus wurde im Oberhalbstein im grossen Stil Kupfer abgebaut. Hinweise darauf gab es bereits seit den 50er-Jahren. Erst die archäologischen Untersuchungen in den letzten Jahren haben aber den Umfang des historischen Kupferabbaus aufgezeigt.

Karte
Legende: Die Abbaustellen befinden sich in der Gegend des heutigen Marmorera-Stausees. SRF

«Die Menge an Fundstellen ist erschlagend»

Ein halbes Dutzend Stollen und mehr als 80 Schmelzöfen haben die Forscher seit 2013 entdeckt. «Die Menge an Fundstellen ist erschlagend. Hier hat nicht nur ein kleines Experiment stattgefunden. Das Tal war im ersten Jahrtausend v. Chr. ein wichtiger Kupferlieferant.»

Rouven Turck geht davon aus, dass entlang des Julierpasses mehrere Tonnen Kupfer abgebaut wurden. Erstaunlich sei dies vor allem wegen der Höhenlage. Bis auf 2300 Meter Höhe haben die Archäologen Spuren des Kupferabbaus gefunden.

Dass die Menschen diese Strapazen auf sich nahmen, zeige den Wert, den Kupfer gehabt habe. «Dass man diesen Aufwand überhaupt betrieben hatte zeigt, dass es einen hohen Bedarf an Kupfer gab.»

Aus dem Kupfer wurden Werkzeuge, Waffen, aber auch Schmuck gefertigt.
Überraschendes hat das Team der Uni Zürich zu den Menschen herausgefunden, die im Oberhalbstein Kupfer abarbeiteten.

Fundstücke rund um die Stollen zeigen: nicht die Einheimischen haben Kupfer abgebaut. «Wir gehen davon aus, dass die Menschen hier saisonal stationiert waren. Entweder kamen sie aus dem Bergell oder aus niederen südlichen Regionen, vielleicht auch aus dem Vinschgau.»

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    Der Ofenpass hat seinen Namen auch nicht umsonst?
    Dort wurde seit dem Mittelalter Eisenerz abgebaut und verhüttet, und schon die Römer sollen dort aktiv gewesen sein.
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    1. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Orte früherer Metallgewinnung gibt es vielerorts in der Schweiz. Eisen, von dem Sie sprechen, in vergleichsweise jüngerer Zeit, ans Kupfer kam man deutlich früher ran. Das schiere Ausmass in jener Höhe - über 2000 m. ü. M. - war bisher nicht bekannt. Man stelle sich die kargen Möglichkeiten vor, 1000 v. Chr., kein einziges Werkzeug aus sowas wie Eisen, um den Rohstoff aus dem Felsen zu holen. Und noch lange vor Glencore & Co. das schwere Zeug in Richtung der Handelswege zu bringen...
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  • Kommentar von Hans Meier  (Sandman)
    Und was bringt nun das der Gesellschaft? Lässt sich dadurch den Klimawandel aufhalten?
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    1. Antwort von David Kobelt  (David Kobelt)
      Auf Ihre Frage gäbe es viele Antworten. Eigentlich wäre aber eine Gegenfrage angebracht: Was verstehen Sie unter DER Gesellschaft? Sollten Sie akut an Hunger leiden, bringen Ihnen diese Erkenntnisse nichts und Geld lässt sich damit wohl auch nicht verdienen. Was den Klimawandel betrifft, so lässt sich dieser nicht aufhalten. Antworten auf die Frage nach der Resourcenausbeutung der Menschen werden damit mindestens facettenreicher und gehaltvoller. Weshalb das viel zu weiche Kupfer? Gier?
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    2. Antwort von Daniel Keller  (d.keller)
      ich kann ihnen garantieren, dass der Klimawandel damals schon stattgefunden hat und die Menschen diesen schon damals nicht aufhalten konnten und wollten!
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    3. Antwort von Hans Meier  (Sandman)
      @David Kobel: Besser für das Wort Gesellschaft wäre wohl Bevölkerung oder Menschheit.
      @Daniel Keller: Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Meine Frage wahr ironischer Natur...
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