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Fusion Haldenstein und Chur: Pro und Kontra
Aus Regionaljournal Graubünden vom 11.11.2019.
abspielen. Laufzeit 04:02 Minuten.
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Vor der Abstimmung Soll Haldenstein zu einem Quartier von Chur werden?

Die geplante Fusion des kleinen Haldenstein mit dem grossen Chur ist umstritten. Die Argumente beider Seiten.

Knapp 1000 Leute wohnen in Haldenstein, in Velodistanz zur Bündner Hauptstadt Chur. Nun sollen die beiden Gemeinden fusionieren. Für einen Zusammenschluss ist Gemeindepräsidentin Gerda Wissmeier: «Ich sehe das als grosse Chance», für Haldenstein als künftiges Stadtquartier aber auch für Chur selber.

Bereits heute arbeite Haldenstein eng mit Chur und anderen Organisationen zusammen und habe viele Aufgaben delegiert - von der Feuerwehr über die Sekundarschule bis zum Werkbetrieb. 70 Prozent des Haldensteiner Finanzhaushalts, so die Gemeindepräsidentin, sei per Vertrag oder Beschluss von der Gemeindeversammlung ausgelagert.

Fusionsgegner fordern mehr Eigenständigkeit

Genau in die andere Richtung gehen möchten die Gegner der Fusion. Das Komitee Pro Haldenstein fordert mehr Eigenständigkeit für Haldenstein. Mitglied Thomas Müller: «Wir wollen Haldenstein selber weiterentwickeln und gestalten», das sei das wichtigste Argument gegen die Fusion. Damit dies möglich ist, müsse sich die Gemeinde professioneller organisieren, fordern die Gegner.

Knackpunkt Schule

Ein konkreter Streitpunkt bei der angedachten Fusion ist die Schule. Im Fusionsvertrag steht zwar, dass Haldenstein auch in Zukunft eine eigene Primarschule und einen eigenen Kindergarten haben wird. Das genügt dem Komitee Pro Haldenstein aber nicht. «Stichwort Mittagstisch, Stichwort Tagesstrukturen: Wir wollen nicht, dass unsere Kinder mit dem Bus nach Masans fahren müssen. Wir wollen sie in der Gemeinde betreuen», sagt Müller.

Ein Teil der Stadtschule Chur zu sein, bringe viele Vorteile, entgegnet Befürworterin Gerda Wissmeier:«Wir profitieren von Deutsch-Italienisch-Klassen, von Time-Out-Schulen, Schulsozialarbeit, von professioneller IT-Unterstützung».

Gemeindevorstand warnt vor höheren Steuern

Der fünfköpfige Gemeindevorstand von Haldenstein hatte sich nur knapp mit drei zu zwei Stimmen für eine Fusion ausgesprochen. Die Fusionsbotschaft streicht in der Einleitung vor allem einen Punkt heraus, die Finanzen. Heute stünde Haldenstein noch gut da.

Doch für die kommenden fünf Jahren seien Investitionen für 13 Millionen Franken geplant. «Wenn wir dann die hohe Verschuldung abbauen wollen, müssen wir die Steuern erhöhen», erklärt Gemeindepräsidentin Wissmeier. Der Steuerfuss würde um 10 bis 15 Prozentpunkte steigen, falls man alle Investitionen realisiere und nicht fusioniere.

Ein Fragezeichen hinter die Zahlen der Gemeinde macht das Komitee Pro Haldenstein. Sie seien teilweise nicht nachvollziehbar. Und, sagt Gegner Thomas Müller: «Es stimmt mich ein bisschen traurig, dass unsere Gemeindevertreter nur mit der Finanzbrille argumentieren». Er persönlich sei bereit mehr Steuern zu zahlen. Im Zentrum müsse die Frage stehen, ob man sich von der Gemeinde Haldenstein verabschieden wolle oder nicht.

Am 22. November und damit in knapp zwei Wochen entscheidet die Gemeindeversammlung über die Fusion mit Chur. Bei einem Ja würde später auch die Gemeinde Chur darüber abstimmen. Der Kanton hat 3,5 Millionen Franken für die Fusion in Aussicht gestellt.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; habs

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