Wanderer müssen in den Tunnel

Jahrelang hatten die Initianten für einen durchgehenden Wanderweg in der Rheinschlucht gekämpft. Wegen Widerstands der Eidgenössischen Kommission für Natur und Heimatschutz muss für das letzte Stück nun ein knapp 500 Meter langer Wandertunnel gebaut werden.

Die Rheinschlucht aus der Vogelperspektive. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Wanderweg durch die Rheinschlucht muss im letzten Teil durch einen Tunnel. Keystone

Im Bündner Oberland schlängelt sich der Rhein zwischen Ilanz und Reichenau durch eine aussergewöhnliche Schlucht mit vielfältiger Flora und Fauna. Ebenfalls durch die Schlucht führt ein spektakulärer Wanderweg – nur in der Nähe von Trin, an der schönsten Stelle, fehlt ein letztes Teilstück. Seit fünf Jahren wird um die Streckenführung gestritten.

Ein Tunnel

Jetzt hat der Verein Ruinaulta entschieden. Er verzichtet auf eine aussergewöhnliche Wegführung mit Hängebrücken entlang des Flusses und führt den Weg stattdessen durch einen rund 500 Meter langen Wandertunnel. Hauptgrund ist ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission. Dieses bezeichnet den ursprünglich geplanten Weg als «schwerwiegenden Eingriff ins Landschaftsbild», den Wandertunnel hingegen könne man tolerieren.

Kein Rechtsstreit

Der Verein will sich auf keinen Rechtsstreit mit dem Natur- und Heimatschutz einlassen und verzichtet deshalb auf den Weg, obwohl dieser einmalig gewesen wäre. Vor allem wolle man den Rheinschluchtweg jetzt «endlich einmal» fertigstellen. Geplant ist, dass der Tunnel im Herbst 2017 fertig ist.

SRF 1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr