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Legende: Video Weisse Bäche im Münstertal abspielen. Laufzeit 00:43 Minuten.
Aus SRF News vom 08.08.2019.
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Wegen Klimawandel? Wenn der Bergbach plötzlich schneeweiss wird

Wissenschafter haben im Münstertal einen schneeweissen Bach gefunden. Es ist bereits der zweite im Kanton Graubünden.

Ein Jahr ist es her, seit ein kleiner und abgelegener Bach im Oberengadin Berühmtheit erlangte. Ein Jäger hatte damals entdeckt, dass der Bach an gewissen Stellen schneeweiss gefärbt ist.

Wir vermuten, dass mit dem abschmelzenden Permafrost zusammenhängt.
Autor: Christoph WannerWissenschafter, Universität Bern

Der Wissenschafter Christoph Wanner von der Universität Bern hat dann zusammen mit seinem Team herausgefunden, dass es sich um ein seltenes geologisches Phänomen handelt. Sie haben weitergeforscht und jetzt einen zweiten schneeweissen Bach gefunden – und zwar im Münstertal im wilden Hochtal Val Costainas.

Karte
Legende: Den zweiten schneeweissen Bach entdeckten die Forscher im Hochtal Val Costainas, dort entspringt er dem Lai da Costainas. SRF

Auslöser sind Aluminiumflocken

Wobei genaugenommen nicht der Bach weiss sei, sagt Christoph Wanner: «Es sind die Steine, die weiss überzogen sind. Das sieht man am besten an jenen Steinen, die aus dem Wasser ragen.»

Auslöser sind Aluminiumflocken, die sich auf den Steinen ablagern. Das passiert, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Ganz am Anfang steht das Mineral Pyrit. Wenn das Mineral mit Wasser in Kontakt kommt, entsteht Säure. Diese löst das Aluminium aus dem Stein.

Der Bach trägt das Aluminium talabwärts. Und je mehr Bäche zufliessen, desto weniger sauer wird das Wasser wieder.

Schlimmstenfalls könnte es Verdauungsprobleme geben

Das schneeweisse Wasser ist optisch zwar schön, aber hat es für die Menschen negative Folgen? Christoph Wanner: «Die Schwefelkonzentration ist relativ hoch, das könnte im schlimmsten Fall zu Verdauungsproblemen führen. Eigentlich ist es aber unbedenklich.»

Auch wenn die Forscher Entwarnung geben, das Phänomen wollen sie trotzdem genauer analysieren. Sie vermuten nämlich, dass die Ablagerungen auf den Steinen zugenommen haben in den vergangenen Jahren. Das hätten ihnen auch Alphirte im Val Costainas bestätigt. Die Forscher glauben, dass der Klimawandel damit zu tun haben könnte.

«Wir vermuten, dass mit dem abschmelzenden Permafrost zusammenhängt», sagt Wanner. Deshalb wollen die Forscher der Universität Bern und der ETH weitere Untersuchungen machen – und das auch an zwei weiteren Bächen im Kanton Graubünden mit weissem Wasser. Diese Bäche liegen im Gebiet Fuorcola di Livigno und am Julierpass.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    "Das ist ein Stein, der vor allem auf einer Höhe von rund 2700 Metern vorkommt."
    @SRF: bitte nur ein einziges Mal Pyrit & Vorkommen eingeben/ googeln. Diese Verbindung kommt überall vor, wo Schwefel auf Eisen trifft. Das Abbaugebiet Sauerland in DE ist keine 2700 hoch gelegen, ebenso keine einzige Falte des Jura. Und am Meeresboden in der Umgebung von Unterseevulkanen erst recht nicht.
    Wenn Ihr schon Artikel umschreibt, dann bitte glaubhaft und fundiert, danke!
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  • Kommentar von R. Raphael  (R.Raphael)
    @Bostic, Engeler und Blättler. " VERSCHWÖRUNGSTHEORIE" wird immer dann ins Feld geführt wenn sich Wissenslücken offenbaren, oder eben nicht sein darf was sein könnte oder ist. Das Internet ist voll von Beweisen und Fotos bez. Chemtrails und Geoengineering. Aber man kann auch getrost die Alukappe anbehalten und nur Mainstream lesen......
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    1. Antwort von Toni Koller  (Tonik)
      Sie haben ja so recht: Immer wenn Wissenslücken auftauchen, werden sie von Verschwörungsgläubigen aufgefüllt - mit beliebigem, frei erfundenem Nonsense. Von solchem Quatsch und den angeblichen „Beweisen“ dafür bleibt natürlich auch das Internet nicht verschont. Wer z. B. „flache Erde“ googelt, wird vor lauter „Beweisen“ fortan von der Flachheit der Erde überzeugt sein ...
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  • Kommentar von Susanna Beerli  (S. Beerli)
    Und ich vermute, dass die Chemtrails ebenfalls etwas dazu betragen.
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