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Graubünden Wie viel darf Schule kosten?

Das neue Bündner Schulgesetz kostet deutlich mehr als erwartet. Statt zehn Millionen mehr belaufen sich die zusätzlichen Kosten auf 26 Millionen Franken jährlich für Kanton und Gemeinden. Die neuen Zahlen wurden im Grossen Rat unterschiedlich diskutiert und interpretiert.

Schultheke im Gang eines Schulhauses.
Legende: Die FDP fordert eine weitere Debatte zum neuen Schulgesetz. Keystone

Von den neuen Zahlen überhaupt nicht begeistert ist Angela Casanova. Die FDP-Politikerin hatte in einem Vorstoss die aktuellen Zahlen zum neuen Schulgesetz eingefordert. Die Überprüfung ergab Mehrkosten von 16 Millionen Franken: «War das wirklich der Wille des Parlaments», fragte Casanova in den Saal und antwortete gleich selber: «Nein». Nun müsse die Regierung aufschlüsseln, was die Kostentreiber seien.

Sparpotential «pubertierende Querulanten»

Einen konkreten Sparvorschlag lieferte Parteikollege Lorenz Alig: «Dem Schulrat sollte es möglich sein, pubertierende Querulanten von der Schule zu weisen», schlug der FDP-Mann aus Pigniu vor. Die Kosten für eine Sonderschule müssten die Eltern übernehmen. Alig sprach auch im Zusammenhang mit der heutigen Situation von «Kuschelpolitik».

SP-Erziehungsdirektor Martin Jäger wehrte sich gegen den Vorwurf: «Wenn sie sehen, was Kinder für psychische Probleme haben, weil sie mit der heutigen Gesellschaft überfordert sind», dann würde auch Grossrat Alig nicht von «Kuschelpolitik» reden. Die Kosten im Bereich Sonderpädagogik seien auch weiter gestiegen, weil es mehr behinderte Kinder in der Schule gebe, erklärte Jäger weiter.

Knackpunkt korrekte Prognose

Als weitere Gründe für die unerwarteten Mehrkosten erwähnte der Regierungsrat höhere Lehrerlöhne, die grössere Nachfrage nach Tagesstrukturen oder neue Schulleitungen. «Wir haben damals versucht ehrliche Prognosen zu machen», doch seien manche Entwicklungen - wie die Nachfrage nach Tagesstrukturen - vor vier Jahren nicht vorhersehbar gewesen.

Von SP-Seite wurde betont, dass die Bildungsausgaben im schweizweiten Vergleich tief seien und es für eine Randregion nicht zielführend sei, bei der Schule zu sparen.

An der Kritik der FDP punkto Fehlprognose änderten diese Überlegungen nichts. Mit einem Vorstoss will die Partei nochmals eine Diskussion über die Kosten des Schulgesetzes lancieren.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; habs

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Hermann Dettwiler (Alapeller)
    Der Staat und seine Politiker als Bildungsexperten - Inkompetenz in der Sackgasse! Es wäre an der Zeit, die Bildung in die Selbstverwaltung zu entlassen. Der Staat gibt Bildungsgutscheine heraus und formuliert die Rahmenbedingungen. Freie Schulen bringen die individuellen Talente und Fähigkeiten der Kinder zur Entfaltung, wie die Privatschulen seit Jahrzehnten beweisen.
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