Wirtschaftsförderung vs. Lohndumping in Brusio

In Brusio befindet sich ein Ableger des italienischen Pharmakonzerns Dobfar. Die Gewerkschaft Unia kritisiert scharf, dass das Unternehmen tiefe Löhne zahlt, gleichzeitig aber Steuererleichterungen vom Kanton Graubünden bekommt. Der Kanton wehrt sich gegen den Vorwurf.

Ein Infusionsbehälter. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Firma produziert Flüssigkeiten für Infusionen. Keystone

Seit Jahren produziert das Unternehmen «Dobfar» in Brusio die Flüssigkeit für Infusionen in Spitälern. Beschäftigt werden 150 Leute. Diese würden zu einem Hungerlohn arbeiten, moniert die Gewerkschaft Unia.

«Ich ärgere mich nicht nur über die tiefen Löhne, sondern auch, dass der Kanton diese Praxis unterstützt, indem sie dem Unternehmen Steuergeschenke macht», sagt Gewerkschafter Arno Russi gegenüber dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF.

Der Kanton lässt diese Kritik nicht auf sich sitzen. Zu allfälligen Steuergeschenken könne man wegen dem Steuergeheimnis nichts sagen. Der zuständige Amtsleiter Eugen Arpagaus lässt jedoch durchblicken, dass das Pharma-Unternehmen an Abwanderung gedacht habe. Zusammen mit dem Kanton habe man sich für den Standort Brusio eingesetzt.

Zum Vorwurf der tiefen Löhne heisst es, der Kanton habe zusammen mit den Gewerkschaften und dem Unternehmen Lösungen gesucht. Inzwischen seien die Löhne der Angstellten von 12 auf 14 Franken pro Stunde angehoben worden. Abgemacht habe man auch, dass die Löhne ab 2016 nochmals leicht ansteigen werden.