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Ostschweiz 20 Jahre nach dem Cessna-Absturz: Ein einmaliger Bodensee-Krimi

Es war der 24. Januar 1994. Eine Cessna 425 war von Prag Richtung Altenrhein unterwegs. Dort kam sie nie an. Die Cessna stürtze in den Bodensee. 20 Jahre nach dem Unglück bleiben zwei Personen verschwunden. Der ehemalige St. Galler Polizeisprecher Hans Eggenberger war damals hautnah dabei.

Mehr als 100 Medienschaffende traten sich auf einem Bodensee-Ausflugsschiff gegenseitig auf die Füsse. Der Grund: Am Abend des 24. Januar 1994 hatte eine aus Prag kommende Cessna ihr Ziel Altenrhein nicht erreicht - sie war vor Rorschach in den Bodensee gestürzt. Zwei Wochen später wurde sie gehoben. In dieser Zeit jagte ein Gerücht das andere; Schlagzeile folgte auf Schlagzeile. Im Rorschacher Kornhaus bezogen nicht nur der Seerettungsdienst und die Kantonspolizei St. Gallen Quartier; das Wahrzeichen des beschaulichen Bodensee-Städtchens wurde von Medienschaffenden aus halb Europa belagert.

Wilde Spekulationen

In den Medien kursierten 1994 wilde Gerüchte über Menschenhandel, radioaktives Material und einen vorgetäuschten Absturz. «Relativ wenige Journalisten mit einigen bösen Titeln haben uns das Leben schwer gemacht», sagt Hans Eggenberger, damals Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1. Es sei eine Lawine losgetreten worden, welche die Polizei während mehrerer Tage nicht mehr im Griff gehabt habe.

Versuchte der Pilot eine Notwasserung, wurde gefragt; war der Absturz nur vorgetäuscht, wurde spekuliert; retteten sich die Passagiere mit Fallschirmen, wurde vermutet. Gross war die Überraschung als die Cessna an die Wasseroberfläche gezogen wurde und sich kein Mensch drin befand.

Keine Überlebenschance

Untersuchungen erhärteten die Theorie einer Notwasserung. Vier Tage nach der Hebung wurden zwei Körper im See geortet. Die Behörden gingen davon aus, dass die fünf Insassen - drei Deutsche und zwei Tschechinnen - nach einer Notwasserung im eiskalten Wasser ertrunken sind. Auch der Hund, der sich an Bord befand, hatte keine Überlebenschance.

Für die Staatsanwaltschaft wurde mit dem Abschluss der Untersuchungen die Ansicht bestätigt, dass es für den geheimnisumwitterten Absturz keine technischen Gründe gab, sondern ein Pilotenfehler verantwortlich war. Nur drei der fünf Leichen konnten gefunden werden; der Pilot, eine der beiden Frauen und auch der Hund blieben verschwunden.

Die Suche wurde aufgegeben. Klar war am Schluss nur eines: An allen Spekulationen war nichts dran. Beim Cessna-Absturz habe es sich um einen simplen Flugunfall gehandelt, nicht mehr und nicht weniger, erinnert sich Hans Eggenberger.

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