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500 Jahre Reformation Buchdruck zu Vadians Zeiten

Die beiden pensionierten Buchdrucker Hans Mühlentaler und Georg Rüdiger denken gerne an die Zeit zurück, als für den Buch- und Zeitungsdruck noch kiloschwere Bleischriften verwendet wurden:

Buchstabe um Buchstabe haben die Schriftsetzer aneinandergereiht und so Zeile um Zeile gelegt, bis eine Seite voll war. «Es gab sogar Wettkämpfe, wer wie viel Tausend Buchstaben pro Stunde setzen kann», sagt Georg Rüdiger.

Zusammen mit Hans Mühlentaler präsentiert er am Samstag in der St. Galler Innenstadt den Buchdruck, wie es ihn vor automatisierten Druckmaschinen und Schreibsoftware gegeben hat.

Buchdruck als Reformationsbeschleuniger

«Wir werden vor Ort mit einer Kniehebelpresse drucken», sagt Georg Rüdiger. Diese Presse sei eine Weiterentwicklung der Druckmaschine, die der Erfinder des modernen Buchdrucks, Johannes Gutenberg, verwendet hat. Auf einer solchen Presse seien vor 500 Jahren auch Reformationstexte gedruckt worden.

«Der Buchdruck war eine Revolution. Plötzlich hatten die Leute die Möglichkeit Aussagen zu vergleichen und sich eine eigene Meinung zu bilden», sagt Hans Mühlentaler. Dank des Buchdrucks war es für die Reformatoren einfacher, ihre Schriften und Ideen schneller zu vervielfältigen und zu verbreiten.

Gefragtes Handwerk

Der Buchdruck sei ein schönes Handwerk und man könne als Buchdrucker sehr kreativ sein, sagt Hans Mühlentaler. Zwar sei ein rein von Hand produziertes Buch heutzutage kaum bezahlbar, vom Aussterben sei der Buchdruck jedoch nicht bedroht. «In irgendeiner Form kommt der Buchdruck immer wieder, vor allem im künstlerischen Bereich», sagt Mühlentaler.

Weltweit sei sogar ein Trend zurück zum ursprünglichen Handwerk des Buchdrucks zu beobachten. Es liege nun an ihnen, den letzten Buchdruckern, das Wissen über das Handwerk des Buchdrucks weiterzugeben.

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