Abacus reicht Beschwerde gegen die Stadt St. Gallen ein

Die St. Galler Gemeinden vergeben ihre Software-Aufträge fast ausschliesslich an die gemeindeeigene Firma VRSG. Die Konkurrentin Abacus will das nicht länger akzeptieren.

Seit Jahrzehnten vergeben St. Galler Gemeinden ihre Software-Aufträge an die VRSG. Zur Zeit zählen 74 der 77 St. Galler Gmeinden zu den VRSG-Kunden. Konkurrenz Abacus mit Sitz in Wittenbach hingegen kommt kaum zum Zug.

Vergaben unter der Hand

Laut Abacus-CEO Claudio Hintermann werden die Software-Aufträge im Kanton St. Gallen meist unter der Hand vergeben. Und dies, obwohl die Weko dies gerügt und öffentliche Ausschreibungen verlangt habe. Abacus habe so kaum Chancen, sich um einen Auftrag zu bewerben.

Mit seiner Beschwerde gegen die Stadt St. Gallen will Hintermann Einsicht in die Verträge von Konkurrentin VRSG bekommen. Stadtpräsident Thomas Scheitlin wollte zu dem laufenden Verfahren keine Stellung nehmen. Der Ball liegt nun beim St. Galler Departement des Innern.

Einheitliche Vorgaben

Für den Präsidenten der St. Galler Gemeindepräsidenten, Beat Tinner, bewegen sich viele Software-Aufträge in einem preislichen Bereich, der keine öffentliche Ausschreibung erfordere. Die Gemeinden würden sich für eine einheitliche Software entscheiden, weil dies teils vom Kanton, etwa bei der elektronischen Steuererklärung, teils auch vom Bund so verlangt werde.