Altersvorsorge: Zeit sparen statt Geld

Das Projekt «Zeitvorsorge» der Stadt St. Gallen ist auf gutem Weg. Im Sommer startet es: Rüstige Rentner können dann älteren Menschen im Haushalt aushelfen. Die aufgewendete Zeit können sie später selbst in Anspruch nehmen. Eine einzigartige Idee in der Schweiz.

Ältere Menschen in einem Altersheim. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Viele ältere Menschen wären lieber möglichst lange Zuhause als im Altersheim. Hier hilft das Projekt Zeitvorsorge. Keystone

Zeit ansparen statt Geld: Die St. Galler Zeitvorsorge ist in gewissem Sinn eine vierte Säule in der Altersvorsorge. Im vergangenen Juni hat das St. Galler Stadtparlament das Projekt gutgeheissen. Die Stadt bezahlt in den ersten beiden Jahren je 225 000 Franken an die Stiftung, später jährlich 150 000 Franken.

Die Idee der Zeitvorsorge hat als ergänzendes Modell in der Altersbetreuung national und international Beachtung gefunden. Im  vergangenen Sommer ist die Stiftung gegründet worden, auch der Stiftungsrat ist besetzt. Unterdessen ist das Inserat für den Geschäftsleiter ausgeschrieben worden.

Limitiertes Guthaben

Der zuständige Stadtrat Nino Cozzio rechnet damit, dass rund 200 Personen bei der Zeitvorsorge mitmachen werden. Diese dürfen auf ihrem Zeitguthaben maximal 750 Stunden anhäufen – Zeit, die sie später einmal, wenn sie selbst hilfsbedürftig sind, in Anspruch nehmen können. Voraussichtlicher Start der Zeitvorsorge ist nach den Sommerferien.