Andwil will nun doch nicht mit Gossau

Die St. Galler Gemeinde spricht sich überraschend gegen eine mögliche Fusion mit der Nachbarsgemeinde Gossau aus. Die Nachteile überwiegen, heisst es in einer Mitteilung.

Es war im Jahr 2011, als die beiden Gemeinden Gossau und Andwil zum ersten Mal laut über eine Fusion nachdachten. Die Fusionsdiskussion war wegen teurer Bauprojekte in Andwil angestossen worden. Im Februar 2014 gaben die Stimmbürger dann grünes Licht für die Prüfung einer Fusion. Eine Arbeitsgruppe nahm das Projekt an die Hand. Im Frühling dieses Jahres dann gab der Kanton St. Gallen bekannt, dass er bei einer Fusion 8,3 Millionen Franken beisteuern würde.

Andwil will nicht

Jetzt die grosse Überraschung: Andwil will nicht mit Gossau fusionieren, der Gemeinderat empfiehlt, das Projekt abzulehnen. Die geringe räumliche Nähe zur Verwaltung und die direkte Einflussnahme der Bürgerschaft an der Bürgerversammlung sprächen gegen eine Vereinigung, teilt die Gemeinde mit. Und weiter: Auch die finanziellen Anreize fehlten. Zudem könne Andwil seine Zukunft eigenverantwortlich und selbständig bewältigen.

Gossau will

Gossau würde eine Vereinigung begrüssen: Eine markant schlankere Behörden- und Verwaltungsorganisation speche dafür, jährlich könnten so fast 800'000 Franken gespart werden. Der Stadtrat sei überzeugt, dass sich eine Fusion schon in naher Zukunft positiv auf die Leistungsfährigkeit und Wirtschaftlichkeit auswirken würde, heisst es in der Mitteilung.

Als nächstes wird sich das Gossauer Stadtparlament mit dem Vereinigungsprojekt befassen und seine Empfehlung für die Volksabstimmung beschliessen. Diese Abstimmung findet am 28. Februar statt.