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Menschen mit und ohne Beeinträchtigung auf der Bühne: Reportage einer Probe von «Anna und der Richter»
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 31.01.2020.
abspielen. Laufzeit 05:00 Minuten.
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Appenzell Menschen mit und ohne Handicap machen gemeinsam Theater

Teil der Gesellschaft werden: Das ist das Hauptziel des Musik-Theaters «Anna und der Richter» in Appenzell.

An vier Abenden im Februar wird in der Aula des Schulhauses Gringel in Appenzell das Musik-Theater «Anna und der Richter» aufgeführt. Zurzeit finden die Proben statt. Beim Theater stehen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung auf und hinter der Bühne.

«Es geht um Inklusion. Also um die Integration von Menschen mit einer Beeinträchtigung in die Gesellschaft», sagt einer der Initianten des Stücks, Heinz Brander. Brander ist Geschäftsführer des Vereins «Stääg» in Appenzell, der erwachsenen Menschen mit geistigen, psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen Wohn- und Arbeitsplätze anbietet. Rund 30 Betreute der «Stääg» machen beim Musik-Theater mit.

Probe des Musik-Theaters Anna und der Richter in Appenzell
Legende: Darsteller Josef Sutter (sitzend zweiter von links) spielt einen reichen Bauern und zählt in dieser Szene mit seiner Frau Geld. SRF/Michael Ulmann

Zwei der «Stääg»-Darstellenden sind die 30-jährige Nicole Friedli und der 65-jährige Josef Sutter. Nicole Friedli sagt: «Ich finde das eine coole Sache.» Sie fände es schön, wenn Leute mit einer Einschränkung einmal in eine total andere Rolle als in ihrem normalen Leben schlüpfen würden.

Insgesamt machen beim Theater rund 70 Personen mit. Neben den Laienschauspielern noch Tänzer von der Tanz- und BewegungsschuleCordelia Alder und Sänger vom Mentigschörli Appenzell. In allen Formationen spielen, singen und tanzen jetzt Personen mit und ohne Beeinträchtigung.

Probe des Musik-Theaters Anna und der Richter in Appenzell
Legende: Nicole Friedli (links) spielt Anna, eine arme Bauerntochter, die dann aber einen Richter heiratet und später seine Funktion übernimmt. SRF/Michael Ulmann

Regisseur der Stücks ist der 65-jährige Paul Seelhofer. Ihm mache diese Arbeit enorm Freude, auch weil es das spezielle Feingefühl brauche. «Menschen mit einer Beeinträchtigung sind viel direkter als andere Personen. Bei ihnen gibt es viel mehr Höhen und Tiefen. Das macht die Arbeit interessanter. Die Herausforderung aber ist, dass man textlich anders arbeiten muss.» Deshalb sind auch lange Dialoge nicht möglich. Dies weil einige Darsteller sich nicht gut artikulieren können oder man sie nicht gut versteht.

Regisseur Paul Seelhofer gibt auf der Bühne Anweisungen.
Legende: Regisseur Paul Seelhofer gibt auf der Bühne Anweisungen. SRF/Michael Ulmann

Aus diesem Grund gibt es auch die Rolle des Erzählers, unter anderem gespielt vom bekannten Appenzeller TV-Moderator Marco Fritsche. «Ich finde das eine tolle Sache. Gerade weil es um Inklusion geht.» Auch er sei in seinem Alltag wegen seiner Homosexualität ab und zu mit diesem Thema konfrontiert.

Es geht um die Integration von Menschen mit einer Beeinträchtigung in die Gesellschaft.
Autor: Heinz BranderGeschäftsführer «Stääg» Appenzell

Wie bei einer Probe üblich, unterbricht Regisseur Paul Seelhofer die eine oder andere Szene, gibt Anweisungen und lässt die Szene nochmals spielen. Bis am 7. Februar wird noch geprobt. Dann findet die Premiere des Stücks in der Aula des Schulhauses Gringel in Appenzell statt.

«D'Stääg» in Appenzell

Der Verein «Stääg» bietet über 50 erwachsenen Menschen mit geistiger, körperlicher oder psychischer Einschränkung Wohn- und Arbeitsplätze mit Tagesstruktur an. Um die über 50 zu betreuenden Menschen kümmern sich rund 40 Mitarbeitende.

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr

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