«Bei einem Durchgangsheim applaudiert niemand»

Seit bald 30 Jahren arbeitet Thomas Bachmann für die Stiftung Peregrina, die im Kanton Thurgau Asylsuchende in den Durchgangsheimen betreut. Noch heute kämpft er gegen Vorurteile aus der Bevölkerung.

Thomas Bachmann, Präsident Stiftung Peregrina Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Die Einrichtung ist sehr rudimentär», sagt Thomas Bachmann im Frauenfelder Durchgangsheim. SRF

1985 beauftragte die Thurgauer Regierung die beiden Landeskirchen, die Betreuung der zugewiesenen Asylsuchenden während der ersten Monate ihres Aufenthalts zu übernehmen. Gemeinsam wurde darauf die Peregrina-Stiftung gegründet, die heute von Thomas Bachmann präsidiert wird. Bachmann ist ein Mann der ersten Stunde. Er stiess 1985 als Heimleiter des Durchgangsheims in Frauenfeld zur Organisation.

Seit Beginn seiner Tätigkeit wird Baumann immer wieder mit den Konflikten dieser Welt konfrontiert. «Zu Beginn war eine Gruppe von Kurden hier», erzählt der ehemalige Entwicklungshelfer. «Die Kurden waren überhaupt nicht zufrieden mit der Infrastruktur hier.» Dies habe bei den Thurgauern zum Teil zu Unverständnis geführt. Er habe aber auch immer wieder grosse Solidarität erlebt und sei von der Bevölkerung unterstützt worden.

Bachmann hat in seiner Zeit viele Änderungen im Asylwesen miterlebt. Mit der heutigen Gesetzesgebung ist er grundsätzlich zufrieden. Allerdings gebe es bei der Umsetzung immer wieder Probleme. Wenn sich Flüchtlinge mit einem negativen Asyl-Entscheid weigerten auszureisen, werde es schwierig.