Betreuung von UMA in St. Gallen muss besser werden

Sie sind minderjährig und kommen ohne Eltern in die Schweiz: Unbegleitete minderjährige Asylsuchende, sogenannte UMA. Wie die Kantone mit ihnen umgehen, ist unterschiedlich. Die Sozialdirektoren haben nun Empfehlungen erlassen: Die Probleme in St. Gallen lösen sie aber nicht.

Jugendliche Asylsuchende in einer Schule Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Unbegleitete minderjährige Asylsuchende: Zur Zeit gibt es 150 im Kanton St. Gallen. Keystone

Unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) brauchen einen professionellen Beistand. Nur eine Vertrauensperson wie das die meisten UMA im Kanton St. Gallen habe, reicht nicht. Das betonen die Sozialdirektorenkonferenz, die UNO und das fordert das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht.

Im Kanton St. Gallen funktioniert das jedoch nicht immer, denn es ist nicht klar, wer zuständig ist: Der Kanton oder die Gemeinden. Deswegen gibt es ein weiteres ungelöstes Problem im Kanton St. Gallen: Die Unterbringung. 150 UMA leben zurzeit im Kanton St. Gallen. Davon 22 in Asylzentren mit Erwachsenen. Die Sozialdirektorenkonferenz empfiehlt UMA in gemeinsamen Zentren, Wohngruppen oder Pflegefamilien unterzubringen. Und eben nicht in Asylzentren mit Erwachsenen.

Niemand will zuständig sein

Doch solange der Kanton und die Gemeinden die Frage der Zuständigkeit nicht lösen, wird weder die Frage nach dem Beistand noch nach der Unterbringung gelöst. Der Konflikt begann, als der Kanton professionelle Beistände für die UMA einstellen wollte. Der Kantonsrat pfiff den Kanton jedoch zurück, weil er der Meinung war, dass dies eine Aufgabe der Gemeinden sei.

Nun gibt es dazu ein Rechtsgutachten, das feststellt, dass die Gemeinden zuständig seien. Das Gutachten sagt aber auch, dass man die Frage politisch lösen müsse. Gemeinden und Kanton geben sich in dieser Frage schon seit längerem bedeckt. Man sei in konstruktiven Verhandlungen, heisst es beim Kanton. Die Empfehlungen der Sozialdirektoren lösen dieses Problem nicht, aber sie akzentuieren es deutlich.

Anzahl UMA's in der Ostschweiz Im vergangen Jahr hat die Anzahl unbegleiteter minderjähriger Asylsuchende (UMA's) stark zugenommen. 2748 Personen wurden schweizweit im 2015 registriert.