Bevölkerung soll Politikern auf die Finger schauen

Wer einen Politiker wählt, kann in den Kantonen selten überprüfen, wie dieser gestimmt hat. Das Team von Politnetz will nun mehr Transparenz in die Ostschweizer Parlamente bringen. St. Gallen ist Vorreiter.

Parlamentsübersicht Politnetz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Wählerin soll via interaktiver Karte erfahren, wie welcher Parlamentarier gestimmt hat. zvg

«Die Software für das Projekt in St. Gallen ist schon fast startklar», sagt Thomas Bigliel, Chef der Website politnetz.ch. Dank der Software können sich Wählerinnen und Wähler im Internet erkunden, wie sein oder seine Politikerin gestimmt hat. Ziel sei ein einfacherer Zugang zur Politik, um Entscheide besser verstehen zu können, so Bigliel.

In St. Gallen hat das Team von Politnetz ihre Idee bereits dem Parlament präsentiert. «Wir stehen dem Projekt positiv gegenüber», sagt Parlamentspräsident Felix Bischofberger, «denn wir sind durch das Volk gewählte Mandatsträger». Es sei deshalb nur richtig, die Entscheidungsfindung transparenter zu gestalten.

Bereits im Sommer könnte es in St. Gallen soweit sein. Und auch in den anderen Ostschweizer Parlamenten plant Politnetz eine Transparenz-Offensive. Ein Brief mit Erklärungen zum Projekt liege schon bei allen Präsidien auf dem Tisch, so Bigliel.