BTS/OLS-Planung kostet 10 Millionen Franken

Die Thurgauer Regierung hält an der weiteren Planung für die Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) und die Oberlandstrasse (OLS) fest und rechnet mit Kosten von gut 10 Mio. Franken. Wegen der massiv höheren Kosten hatte ein Kantonsrat der Grünen einen Planungsstopp gefordert.

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Bildlegende: Der frühere Thurgauer Baudirektor und heutige Regierungspräsident rechtfertigt die Planungskosten. Keystone

Die Thurgauer Regierung hatte kürzlich bekannt gegeben, dass die BTS und OLS rund 1,55 Milliarden Franken kosten werden, fast doppelt so viel wie bisher angenommen. Wegen der massiv höheren Kosten und weil der Baubeginn auf frühestens 2024 verschoben wurde, sei das Kosten/Nutzen-Verhältnis der Strassen wesentlich gesunken, schrieb Kurt Egger aus Eschlikon in einer Einfachen Anfrage. Die Regierung müsse über einen Planungsstopp nachdenken und die grössten Verkehrsengpässe mit andern Projekten beseitigen.

Planungsstopp kein Thema

Am Freitag hat der Regierungsrat die Anfrage beantwortet. Ein Planungsstopp komme nicht in Frage. Nur wer beim Bund ein ausgereiftes Nationalstrassenprojekt vorweisen könne, wenn der sogenannte Netzbeschluss in Kraft trete, habe Chancen, in der strategischen Ausbauplanung rasch zum Zug zu kommen. Die Planungskosten von BTS/OLS veranschlagt der Regierungsrat mit insgesamt 10,15 Mio. Franken. Bereits ausgegeben worden für die Planung seien 6,15 Mio. Franken. Zwischen 2016 und 2018 rechne man mit einem weiteren Projektierungsaufwand von rund 4 Mio. Franken.

«Kein Flickwerk»

«BTS und OLS sind mehr als nur Strassen, sie sind wesentliche Teile der Thurgauer Verkehrsstrategie», schreibt der ehemalige Baudirektor und heutige Finanzdirektor und Regierungspräsident Jakob Stark in der Antwort auf die Anfrage von Kurt Egger. Ziel sei, mit BTS und OLS die Verkehrsprobleme im Thur- und Aachtal sowie entlang der Seestrasse zu lösen. Es sei nicht sinnvoll, lokale Teilausbauten oder Entlastungsmassnahmen zu realisieren. Mit alternativen Massnahmen entstünde ein Flickwerk, das die geplante Entlastung der Dörfer und Städte beieinträchtigen würde, heisst es in der Antwort weiter.