Bund legt Bericht zu Vorwürfen gegen Asylzentrum Kreuzlingen vor

Das Staatssekretariat für Migration hat die Vorwürfe gegen das Asylzentrum Kreuzlingen und die dort tätige Sicherheitsfirma extern untersuchen lassen. Der Bericht entlastet das Sicherheitspersonal. Er enthält aber auch Empfehlungen, um gewisse Abläufe zu verbessern.

Das EVZ in Kreuzlingen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bericht bestätigt SEM: Schon kurz nach Publikation des Artikels schrieb das SEM, dass einige Vorwürfe «jeder Grundlag... Keystone

Mit der Untersuchung betraut worden war alt Bundesrichter Michel Féraud. Nach Angaben von Féraud gebe es keine konkreten Hinweise für körperliche Misshandlungen oder Gewalt gegenüber Asylsuchenden.

Féraud untersuchte nach Angaben des Staatssekretariats für Migration (SEM) acht konkrete Vorfälle. In einem Fall dokumentiert der Bericht eine verbale Entgleisung, in einem zweiten eine unverhältnismässige Massnahme - ein Asylbewerber musste 20 Minuten lang im Freien in der Kälte stehen. Diesen Kritikpunkt nehme das SEM ernst.

In fünf Fällen konnte der Verdacht von Gewaltanwendung dagegen nicht erhärtet werden. In einem Fall ist noch ein Verfahren hängig. Der frühere Bundesrichter Féraud macht in seinem Bericht jedoch auch Empfehlungen.

Undercover-Reportage

Anlass für die Ermittlungen waren Vorwürfe in der "SonntagsZeitung" von Mitte Januar. Diese veröffentlichte den Bericht eines deutschen Journalisten, der sich als Asylsuchender ausgegeben hatte.