Gastro Appenzellerland AI «Das Verschwinden der Stammtische macht mir Bauchweh»

Nach dreizehn Jahren als Gastro-Präsident im Kanton Appenzell Innerrhoden blickt Ruedi Ulmann auf grosse Veränderungen zurück: Der Umgang mit dem Internet, verschwindende Stammtische und neue Gesetze haben das Gastgewerbe vor Herausforderungen gestellt - aber auch neue Möglichkeiten eröffnet.

Ruedi Ulmann in seinem Restaurant Golf Gonten Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ruedi Ulmann: 13 Jahre Präsident von Gastro Appenzellerland AI. SRF

Auf die Frage, was sich während seiner dreizehn Jahre als Präsident von Gastro Appenzellerland AI verändert habe, kommen Ruedi Ulmann zahlreiche Aspekte in den Sinn:

  • Mitgliederschwund: Das Beizlisterben hat auch vor dem Kanton Appenzell Innerrhoden nicht halt gemacht. Ruedi Ulmann bedauert das zwar, spricht aber auch von einer gewissen «Gesund-Schrumpfung».
  • Social-Media: Rund um den Aescher oder die Seealp gibt es einen regelrechten Internet-Hype. Webcams und andere Plattformen sorgen dafür, dass die Gäste noch spontaner in den Alpstein reisen. Was sie dort konsumieren, wird häufig sogleich fotografiert, bewertet und ins Internet gestellt.
  • Gästebedürfnis: Der Gast im Kanton Appenzell Innerrhoden stellt andere Ansprüche, beispielsweise ans Essen: Von urchig und deftig bis vegetarisch und glutenfrei sollte ein Wirt heute alles auf der Speisekarte haben.
  • Vorschriften: Das nationale Rauchverbot 2008 war auch für viele Restaurants in Innerrhoden eine grosse Umstellung. Gerade traditionelle Stammtische haben Kunden verloren. Auch die Senkung der Alkohol-Promillegrenze für Autofahrer führte zu grossen Diskussionen im Gastgewerbe.

Die heutige Gastronomie im Kanton Appenzell Innerrhoden beschreibt Ruedi Ulmann als ausgewogen und stabil. Einzig bei den Übernachtungen wünscht er sich für die Zukunft zusätzliche Hotels im teuren, aber auch im familienfreundlichen Segment.