Den Professorentitel gibt’s nicht mehr geschenkt

Wer im Kanton St. Gallen lange genug an einer Mittelschule unterrichtet, erhält den Titel Professorin oder Professor. Verliehen von der Kantonsregierung. Doch mit diesem schweizweiten Unikum ist nun bald Schluss. Geschenkte Professorentitel seien nicht mehr zeitgemäss und obendrein unfair.

Gewisse St. Galler Lehrer dürfen sich Professor nennen, obwohl sie nie an einer Hochschule geforscht haben. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gewisse St. Galler Lehrer dürfen sich Professor nennen, obwohl sie nie an einer Hochschule wie zBsp. der HSG, geforsc... Keystone

Christoph Mattle, der Leiter des Amtes für Mittelschulen im Kanton St. Gallen, bringt es auf den Punkt: «Wer Sitzleder hat, wird automatisch zum Professor. Ein Leistungsausweis ist damit nicht verbunden.» Jeder Hauptlehrer, jede Hauptlehrerin, erhält nach vierjähriger Bewährung an einer Mittelschule von der Regierung den Professorentitel verliehen. Vor 35 Jahren führte der Kanton St. Gallen diesen geschenkten Titel ein. Doch nun soll mit einer Übergangszeit bis 2019 der letzte derartige Titel verschenkt werden.

Nicht mehr zeitgemäss

Der alte Zopf gehöre abgeschnitten, sagt Mattle vom St. Galler Amt für Mittelschulen. Gegenüber Universitätsprofessoren sei diese Handhabung unfair gewesen. Schliesslich werde dort hart für diesen Titel gearbeitet und jahrelang geforscht.

Aber ein Trostpflaster gibt es dennoch für alle St. Galler Mittelschullehrerinnen und Lehrer mit geschenktem Titel.

Wer sich bisher Professorin oder Professor nannte, darf das auch weiterhin tun: «Den Titel darf jeder bis ins kühle Grab behalten», sagt Christoph Mattle vom Amt für Mittelschulen im Kanton St. Gallen.

SRF1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr