Der Gemeinderat von Amden unter Beschuss

Die Anwohner einer Strasse in Amden müssen sich an deren Ausbaukosten beteiligen. Beim Ausbau einer anderen Strasse hat der Gemeinderat den Anwohnern die Kosten erlassen. Davon haben mehrere Behördenmitglieder profitiert. Jetzt muss der Gemeinderat über die Bücher.

Zwei Strassen, zwei Geschichten: Beide Strassen sind ausgebaut worden. Bei der einen Strasse mussten sich die Anwohner an den Kosten beteiligen, bei der anderen Strasse nicht. Profitiert haben der Gmeindepräsident und zwei weitere Mitglieder des Gemeinderates.

Auch wenn zwischen den beiden Gemeinderatsentscheiden das Finanzausgleichssystem geändert hat, ungerecht sei die Situation trotzdem, hiess es von Ammlerinnen und Amlern. Die benachteiligten Anwohner haben sich zur Wehr gesetzt - ohne Erfolg beim Gemeinderat.

Ein «Geschenk»

Der Widerstand hielt an, so dass an der letzten Bürgerversammlung dem Gemeinderat der Auftrag erteilt wurde eine Vorlage auszuarbeiten, um den benachteiligten Anwohnern den Betrag zu vergüten. Es geht um rund 150'000 Franken.

Jetzt muss der Rat nochmals über die Bücher und muss bis zur Bürgerversammlung im Frühling 2017 eine Lösung präsentieren. Die nun angeregte Rückvergütung sei ein eigenes, neues Geschäft. Im juristischen Sinn handle es sich um ein Geschenk an die Zahlungspflichtigen, heisst es auf Anfrage bei der Gemeindeverwaltung Amden.