Der lange Weg zur einheitlichen Schule

Der Lehrplan 21, der heute in die Vernehmlassung geschickt wurde, soll die unterschiedlichen kantonalen Schulsysteme vereinheitlichen. Grundsätzlich stehen alle Ostschweizer Kantone dem Lehrplan positiv gegenüber – beharren teils allerdings weiterhin auf ihren spezifischen Ausnahmen.

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Bildlegende: Der Schulunterricht soll in der Schweiz einheitlicher werden. Keystone

Im schweizweiten Vergleich sind die Lektionenzahlen im Kanton St. Gallen überdurchschnittlich hoch. In Innerrhoden kann die Schule praktisch ohne Französisch- unterricht abgeschlossen werden. Im Thurgau gilt Französisch als erste Fremdsprache. Diese Beispiele zeigen die unterschiedlichen Schulsysteme. Der Lehrplan 21 will diese Unterschiede ausgleichen.

                                                                Kantone setzen um

Allerdings: Die Kantone haben nach wie vor die Hoheit beim Schulsystem. So werde es auch nach der Einführung des Lehrplan 21 noch immer Unterschiede geben. Das glaubt der Thurgauer Jürg Brühlmann, Chefpädagoge des Dachverbandes der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer.

Kantönligeist

Für Brühlmann gibt es immer noch zu viel Kantönligeist in der Bildung. Die Kantone müssten «vom hohen Ross heruntersteigen», sagt er. Die Ostschweizer Bildungsdirektoren hingegen betonen, dass sie gewillt seien, den Lehrplan 21 in ihren Kantonen möglichst so umzusetzen, dass die Unterschiede zwischen den Kantonen gering seien.