Der nasse Sommer auf den Ostschweizer Alpen

In den Kantonen Appenzell Innerrhoden und St. Gallen rechnet man mit Einbussen, da die Tiere teilweise bereits jetzt von den Alpen genommen werden. Das Futter wird knapp. Im Kanton Graubünden haben die Alpen normalerweise eher mit Trockenheit zu kämpfen. Der regnerische Sommer wird deshalb begrüsst.

Kühe im Nebel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Den Kühen macht nasses Wetter zwar wenig aus, das Futter auf den Alpen kann jedoch knapp werden. Keystone

Wenn der Boden nass ist, tragen die Kühe Dreck über die ganze Wiese. Verschmutztes Gras fressen sie nicht mehr. Ausserdem gibt es bei nassem Wetter vermehrt Löcher im Boden. Das Futter auf den Weiden wird knapp und die Tiere werden deshalb früher als sonst ins Tal zurückgebracht.

Das bedeutet für die Bauern, dass die Tiere über den Winter länger im Stall sind, mehr Futter brauchen und entsprechend mehr kosten. Zudem bekommen die Bauern für die Sömmerung auf den Alpen weniger Beiträge des Bundes. Wenn die Tiere weniger Zeit auf den Alpen verbringen, können diese Beiträge gekürzt werden.

Die Bauern in den Kantonen Appenzell Innerrhoden und St. Gallen hoffen deshalb auf trockene Tage, damit die Tiere doch noch eine Weile auf den Alpen bleiben können.

Anders präsentiert sich die Situation im Kanton Graubünden. Normalerweise haben viele Alpen mit Trockenheit zu kämpfen. Der nasse Sommer kam diesen Bauern also entgegen. Unangenehm ist der viele Regen aber für die Hirten, die viel Zeit unter freiem Himmel verbringen.