Der Rhein soll in seinem Bett bleiben

Immer wieder sorgen Unwetter im Rheintal für Überschwemmungen. Die Schutzbauten sind in die Jahre gekommen und müssen saniert werden. Über das Wie herrscht jedoch Uneinigkeit. Nach einer breit angelegten Vernehmlassung steht aber fest: Es wird eine Lösung innerhalb der bestehenden Dämme gesucht.

Überschwemmtes Kulturland bei Sennwald. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Regelmässig kommt es im Rheintal - so wie hier 1999 bei Sennwald - zu Überschwemmungen. Keystone

Insgesamt 45 Stellungnahmen von Gemeinden, Akteuren, Umweltverbänden, Amtsstellen und Interessenvertretungen sind bei der «Gemeinsamen Rheinkommission» (GRK) eingegangen. Alle Rheingemeinden sind grundsätzlich für das Projekt Rhein - Erholung und Sicherheit (Rhesi), haben aber konkrete Forderungen. Favorisiert wird eine Lösung innerhalb der heutigen Hochwasserdämme. Bei Ökologie und Landwirtschaft gehen die Meinungen nach wie vor weit auseinander. Deshalb appelliert die GRK an die gegenseitige Kompromissbereitschaft. Noch nicht abgeschlossen sind die Verhandlungen mit den Trinkwasserverbänden.

Umstrittene landwirtschatftliche Nutzung

Eher verhärtet zeigen sich die Fronten bei den Umweltverbänden und der Landwirtschaft. Der WWF, Pro Natura, Naturschutzbund Vorarlberg und Lebendiger Alpenrhein pochen darauf, dass aufgrund der gesetzlichen Vorgaben im Zusammenhang mit der Verbesserung des Hochwasserschutzes umfassende ökologische Massnahmen durchgeführt und sämtliche landwirtschaftlich genutzten Flächen innerhalb der Hochwasserdämme aufgegeben werden. Ausserdem fordern sie genauestens zu prüfen, ob die Trinkwasserbrunnen nicht ausserhalb der Dämme verlegt werden können. Damit stossen sie auf eine ebenso konsequente Ablehnung, insbesondere bei der Landwirtschaftskammer Vorarlberg, der Gemüsebauvereinigung Rheintal und beim Verein Pro Kulturland und Hochwasserschutz. Die Landwirtschaftsvertreter sind zwar auch für einen besseren Hochwasserschutz, verlangen aber, dass ihre Interessen, nämlich möglichst wenig Verlust an Bewirtschaftungsfläche, besser berücksichtigt werden.

Gespräche laufen weiter

Mitgeteilt hat die «Gemeinsame Rheinkommission» auch, dass sie den partizipativen Prozess während der Ausarbeitung des Vorprojekts – der vertieften Planung, die sich an einer konkretisierten Planungsgrundlage orientiert – weiterführen will und verschiedene Informations- und Diskussionsforen geplant sind.