Der Taucher unter dem Berg

Die Seerenbachfälle mit der dazugehörigen Rinquelle sind beeindruckend und laut. Innen im Berg finde er absolute Ruhe, sagt Christian Steiner. Er zog vor Jahren in die Ortschaft unterhalb, Betlis – nicht nur, aber auch um unter dem Berg zu tauchen.

«Ich bin Alpinist und als Alpinist ist man auch Forscher und Erforscher», sagt Christian Steiner über den Auslöser, weshalb er die Rinquelle von innen untersuchen wollte. Die Rinquelle liegt am Ende eines grossen Höhlensystems gefüllt mit Wasser. Mit einem Schmunzeln meint er, die Vision sei gewesen: Im Toggenburg ins Wasser einsteigen, unter den Churfirsten hindurchtauchen und in Betlis herauszukommen.

Einstieg nicht mehr möglich

Ein kleiner unterirdischer Teich bildet den Einstieg zum Tunnelsystem. Der Eingang ist aber durch eine Schlucht abgetrennt. Früher gab es ein fix installiertes Drahtseil über der Schlucht. Aus versicherungstechnischen Gründen wurde dieses abmontiert. Im unterirdischen Tunnelsystem kann also im Moment nicht getaucht werden.

«  Wenn man durch einen grossen Röntgen-Apparat schauen würde, würde man ein kleines Skelett sehen, dass weit unter den Churfirsten am tauchen ist. »

Christian Steiner
Höhlentaucher

So einen Tauchgang dürfe man auf keinen Fall ohne Ausbildung machen, betont Christian Steiner. Man habe nur drei Minuten Luft und wenn man zehn oder 15 Sekunden an einem Ort stehenbleibe, lösen sich durch die Luftblasen Ablagerungen von der Decke und verdrecken das Wasser, so dass man nichts mehr sieht. In einem solchen Moment darf man nicht in Panik geraten.

Angst oder Entspannung?

Kein Wunder denken viele Menschen bei der Höhlentaucherei erst einmal an die Gefahren. Christian Steiner sieht das anders: «Für mich war es immer die absolute Ruhe.»

Die Wasserfälle, die Rinquelle und Möglichkeit in den Höhlen unter den Churfirsten zu tauchen waren damals auch ein Grund für Christian Steiner, nach Betlis zu ziehen. Aber auch das südliche Flair und die zentrale Lage haben es ihm angetan. «Hier bringt mich niemand mehr weg!»