Stadt St. Gallen Detailhändler sagen Lädelisterben den Kampf an

Früher galt die St. Galler Altstadt als Mekka für Flanierer und Shopper. Heute zeigt sich ein anderes Bild: Viele Geschäfte kämpfen ums Überleben - oder haben den Kampf schon verloren. Die Detailhändler wagen jetzt die «Flucht nach vorn». Das Ziel: Die Altstadt wiederbeleben.

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Bildlegende: Läden kommen und gehen: Die St. Galler Innenstadt. Keystone

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Eine Rose für die Rose

Die St. Galler Buchhandlung zur Rose ist mit dem Titel «Buchhandlung des Jahres» ausgezeichnet worden. Die Buchhandlung zur Rose wurde 2005 von Leonie Schwendimann als Quartierbuchhandlung gegründet. Laut Jury überzeugt der schöne Ort selbst, aber auch das Team mit seinem Engagement.

Die Gründe für das «Lädelisterben» in der St. Galler Altstadt sind vielfältig: Onlineshopping, das explosionsartig wächst; die Frankenstärke und damit die Abwanderung der Konsumenten ins nahe Ausland; schliesslich die grossen Einkaufscenter am Stadtrand. «Zudem ziehen vermehrt Filialen grosser internationaler Ketten in die Stadt und versuchen hier ihr Glück», sagt Ralph Bleuer, Präsident von Pro City St. Gallen. «In den letzten zwei Jahren hat dieser Trend massiv an Dynamik gewonnen.» Und damit würden kleinere einheimische Geschäfte zusehends an Boden verlieren.

Altstadt verliert ihr Gesicht

Der Trend wird bei den Beteiligten mit Besorgnis zur Kenntnis genommen. «Mit den Filialen der grossen Ketten verliert die St. Galler Altstadt an Identität, weil es diese Filialen in jeder Stadt gibt», sagt etwa Isabel Schorer, Leiterin der Standortförderung der Stadt.

Die Stadt will deshalb zusammen mit den Detaillisten, der Wirtschaft, dem Gewerbe und dem Tourismus Massnahmen für die Belebung der Altstadt lancieren. Der Titel des Projektes: «Zukunft St. Galler Innenstadt». Ziel ist ein Massnahmenplan, um dem Strukturwandel begegnen zu können.