Deutsche Unterstützung für St. Galler Geothermieprojekt

In Unterhaching bei München steht ein grosses Geothermie-kraftwerk. Diese Anlage diente den Verantwortlichen in St. Gallen jeweils als Vorbild. Erwin Knapek hatte das Kraftwerk in Unterhaching initiiert. Er rät den Verantwortlichen, die «Flinte nicht ins Korn zu werfen».

Verschiedene Rohre in einem Raum des Geothermie-Kraftwerks bei München Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In München funktioniert das, was sich die Verantwortlichen in St. Gallen wünschen: Das Geothermie-Kraftwerk von innen. zvg

«Ich war überrascht, dass es gebebt hat», sagt Erwin Knapek. Er ist früherer Bürgermeister von Unterhaching und geistiger Vater des dortigen Geothermiekraftwerks. Dass man noch in einer Tiefe von 4500 Metern auf Gasblasen stösst, wie das in St. Gallen offenbar passiert ist, sei für ihn neu.

Das Geothermiekraftwerk bei München läuft seit fünf Jahren ohne grössere Probleme. Auch beim Bau habe es kein vergleichbares Ereignis wie in St. Gallen gegeben.

«Bei Tiefenbohrungen kann man aber immer auf Überraschungen stossen», sagt Knapek in der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF. Die St. Galler hätten aber richtig reagiert.

Erwin Knapek begleitet das Geothermieprojekt in St. Gallen sehr eng. «Das Beben in der Ostschweiz muss als Rückschlag für die Geothermie bezeichnet werden.» Nun müsse man die Lehren ziehen. Aus seiner Sicht wäre es falsch, das Projekt abzubrechen.