Die Kantone erwarten gespannt die Steuerreform

Mit der Unternehmenssteuerreform III soll die unterschiedliche Besteuerung in- und ausländischer Unternehmensgewinne
durch die Kantone beseitigt werden. Angst vor ausbleibenden Steuereinnahmen haben die einen, Freude über gleich lange Spiesse die anderen.

Der Nationalrat hat die Unternehmenssteuerreform III verabschiedet. Auch wenn diese noch nicht umgesetzt ist, beschäftigen sich die Kantone schon jetzt intensiv mit deren Auswirkungen. Martin Gehrer, Finanzdirektor des Kantons St. Gallen, erwartet für seinen Kanton einen massiven Einbruch bei den Steuereinnahmen.

«Ich bin froh um jedes Polster, welches der Kanton noch hat», so Gehrer. Auch die Finanzdirektorin von Graubünden, Brigitte Janom Steiner, blickt mit Skepsis in die Zukunft. So würden in Graubünden auch Veränderungen beim Finanzausgleich erwartet. Schliesslich dürften auch die finanzstarken Kantone Mindereinnahmen verbuchen, und dies wiederum führe zu geringeren Einlagen in den Finanzausgleich.

Steuererhöhung nicht ausgeschlossen

Christian Keuschnigg, Professor an der HSG St. Gallen, schliesst eine Steuererhöhung für die natürlichen Personen nicht aus. Schliesslich müssten die Mindereinnahmen bei den juristischen Personen kompensiert werden. Es sei denn, die Ausgaben würden verringert.

Gelassenheit in Ausserrhoden

Köbi Frei, Finanzdirektor von Appenzell Ausserrhoden, blickt indes gelassen in die Zukunft. Sein Kanton habe die Gewinnsteuer bei den Firmen schon im Jahr 2008 gesenkt.