Die letzte grosse Gant der Stadt St. Gallen

Früher war die Gant in St. Gallen ein ganztätiger Anlass. In den letzten Jahren hat man an Boden verloren. Die Konkurrenz von Internetauktionen wurde grösser. Ab April gibt es darum keine öffentlichen freiwilligen Ganten mehr. Wir waren bei der letzten derartigen Gant in St. Gallen dabei.

Sascha Mäder, der Auktionator des St. Galler Gantamtes, bei der letzten freiwilligen öffentlichen Versteigerung der Stadt St. Gallen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sascha Mäder, der Auktionator des St. Galler Gantamtes, bei der letzten Versteigerung. SRF

Ebay und Ricardo haben den öffentlichen freiwilligen Ganten der Stadt St. Gallen den Todesstoss versetzt. Der Leiter des städtischen Betreibungsamtes, Bogdan Todic: «Früher hatten wir 15 ganztägige Ganten im Jahr. Im letzten Jahr waren es noch sechs.» Der Betrieb war nicht mehr rentabel. Ab April gibt es nur noch Zwangsversteigerungen von Gütern, die das Betreibungsamt gepfändet hat.

Autos als Publikumsmagnet

Rund 200 Bieter und Schaulustige sassen bei der letzten Versteigerung im Saal des Gantamtes in St. Gallen. Es war die letzte öffentliche freiwillige Versteigerung, die über die Bühne ging.

Die Staatsanwaltschaft, Fundbüros aus der Region und kommunale Betreibungsämter hatten ihre Waren in St. Gallen abgeliefert und liessen sie vom Gantamt versteigern. Autos zogen regelmässig viele Leute an. Ein Smart kam bei der letzten Gant beispielsweise für 550 Franken unter den Hammer.