«Die Leute sind sensibler geworden»

Nach der Motocross-WM in Gachnang regt sich Widerstand. Widerstand gegen den Lärm und den Benzingestank und Widerstand gegen den Widerstand. Den Gemeindepräsidenten überrascht dies nicht, im Gegenteil. Die Leute seien sensibler geworden.

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Bildlegende: Wenn es nach den Organisatoren geht, soll die Motocross-WM jährlich in Gachnang stattfinden. Keystone

Anfang August fang auf dem Gemeindegebiet von Gachnang erstmals die Motocross-WM statt. Ein Grossanlass, der gegen 35'000 Besucher auf den provisorischen Rennplatz lockte. Zum Vergleich: Das Oster-Motocross Frauenfeld, welches ebenfalls auf Gachnanger Gemeindegebiet stattfindet, hat jeweils zwischen 5'000 und 7'500 Besucher.

«Grundsätzlich haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Leute viel sensibler auf Lärm reagieren», sagt der Gachnanger Gemeindepräsident Matthias Müller gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF 1. Viele hätten heute weniger Verständnis für Grossanlässe, als noch vor Jahren. Und Müller vermutet, dass auch der Umweltgedanke eine grössere Rolle spiele.

Müller, der selber in der Nähe der WM-Strecke wohnt, sagt, er habe den Lärm nicht als schlimm empfunden. Und von Benzingestank könne keine Rede sein. Einzig der Speaker sei zu laut gewesen, sagt Matthias Müller. Dies sei den Organisatoren aber bewusst. Für und gegen den Anlass laufen nun laut Thurgauer Zeitung drei Petitionen. Gemeindepräsident Müller hofft, dass im Gespräch ein Kompromiss gefunden werden kann und fügt an: «Mal sehen, wer den längeren Schnauf hat».