Die Unterschätzten

Die Fussball-Amateurvereine in der Ostschweiz haben ein akutes Fan-Problem. Vielfach stehen weniger als 100 Personen am Fussballplatz. Einige Vereine wollen nun Gegensteuer geben und das Erlebnis «Amateurfussball» neu bewerben.

Christian Kühni sitzt auf der Trainerbank des FC Gossau. Er hat ganz kurze Haare und ein blaues Trikot des FC Gossau an. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Die Fans wollen heutzutage Brot und Spiele.» Vereinspräsident des FC Gossau, Christian Kühni SRF

Die Tribüne beim Fussballplatz des FC Gossau ist bei den Heimspielen spärlich besetzt. «Meistens sind nicht mehr als 50 Fans hier. Platz hätten wir aber für bis zu 400 Fans», sagt Vereinspräsident Christian Kühni. Das Dilemma ist überall dasselbe: Wenn niemand kommt, will auch niemand hingehen.

Dabei sind die Fans für die Amateurvereine überlebenswichtig. Sie zahlen Eintritt, konsumieren, beleben das Image des Vereins und machen den Verein damit attraktiv für Sponsoren. «Wir haben mehr zu bieten, als vielen bewusst ist», sagt Christian Kühni. Hier sitze der Besucher noch nahe bei den Spielern und Trainern, man spüre die Emotionen. Gleichzeitig sei das Umfeld friedlich und ideal für Familien.

Der FC Gossau will nun mit dem SC Brühl und dem FC Kreuzlingen aktiv werden. Mit Gratisspielen und verbesserter Präsenz in der Öffentlichkeit soll das Erlebnis «Amateurfussball» wieder vermehrt bei den Fussballfans auf Anklang stossen.