Einblick in die Ostschweizer Vergangenheit

Ein lang gehegter Wunsch der St. Galler Museumsmacher geht in Erfüllung: Das Historische und Völkerkundemuseum in der Stadt St. Gallen wird dem Thema Archäologie eine neue Dauerausstellung widmen. Vor zehn Jahren wurde das erste Konzept geschrieben. Eröffnung ist am 16. Januar 2014.

Blick in das neue Archäologie-Museum am Historischen Museum in St.Gallen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Baustelle mit Konturen: Der Bereich Archäologie am Historischen Museum wird saniert und ausgebaut. SRF

Blau, rosa und grün sind die Vitrinen, die am Donnerstag angeliefert wurden. Im Untergeschoss des Historischen und Völkerkundemuseums riecht es noch immer nach Lackfarbe. Noch dauert es drei Monate, bis das neue Archäologie-Museum am 16. Januar 2014 eröffnet wird. Bis dahin müssen vor allem noch die Exponate, also die Ausstellungsgegenstände eingerichtet werden.

«Im ersten Raum wird eine Gesamtschau durch die Archäologie des Kantons St. Gallen geboten», sagt Sarah Leib, neu gewählte Konservatorin für Archäologie. «Wie es damals war, das möchte die Ausstellung zeigen.» Gegliedert ist der Bereich wie in einem Zeitstrahl; erst kommt die Steinzeit, später Bronze- und Eisenzeit, Römer, Mittelalter und Neuzeit. «Ein Highlight sind sicher die Gegenstände von Kempraten», sagt Martin Schindler, St. Galler Kantonsarchäologe. Kempraten liegt bei Rapperswil-Jona und war einst eine Hafenstadt der Römer.

Gallus und der fremde Mann

Ein weiterer Teil der Ausstellung ist verschiedenen Schwerpunkttemen gewidmet, so zum Beispiel der Zerstörung des Städtchens Weesen im Jahr 1388 oder dem Sarkophag, der vor vier Jahren auf dem St. Galler Klosterplatz ausgegraben wurde. Der Sarkophag enthielt das Skelett eines Mannes, der etwa zur gleichen Zeit gelebt haben musste wie «Stadtvater» Gallus.

Und im dritten und letzten Teil der Ausstellung können die Besucher selbst Hand anlegen und unter dem Mikroskop archäologische Funde analysieren.

300 Quadratmeter mehr

Die Idee für ein Archäologie-Museum geht zurück auf die Initiative von Kantonsarchäologe Martin Schindler und Daniel Studer, Direktor des Historischen und Völkerkundemuseums. Ein erstes Grobkonzept wurde bereits 2003 erarbeitet. Im Juni 2011 genehmigte der St. Galler Kantonsrat aus dem Lotteriefonds einen Kredit über 900'000 Franken für den Aufbau der Ausstellung sowie über 500'000 Franken für die ersten beiden Betriebsjahre. Später soll der Betrieb durch Beiträge des Kantons und der Stadt finanziert werden (das Museum ist im Besitz der Stadt, Archäologie ist jedoch Aufgabe des Kantons). Bislang standen im Historischen Museum dem Bereich Archäologie 80 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, neu werden es 380 Quadratmeter sein.