«Eine Fusion ist ein Kopf- und nicht ein Herzentscheid»

Auf dieses Jahr hin haben sich zwölf St. Galler Gemeinden einer anderen angeschlossen. Mit Sevelen und Buchs soll das Fusionsfieber gleich weitergehen. Wir haben bei der ersten Generation von Fusionsgemeinden nach Erfahrungen gefragt.

Bauernhof im Toggenburg Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach einer Fusion bleiben viele Einwohner mehr mit den Dörfern verbunden als mit der neuen Gemeinde. SRF

Auf Jahresbeginn 2009 hatten sich St. Peterzell, Mogelsberg und Brunnadern zur Gemeinde Neckertal zusammengeschlossen. «Die Fusion hat die Strukturen verschlankt und den Aufwand vermindert», sagt Gemeindepräsidentin Vreni Wild heute. Man habe erreicht, was man sich vorgenommen hatte. Das Leben spielt sich aber weiterhin in den einzelnen Dörfern ab. Emotional seien die Einwohnerinnen und Einwohner deshalb weniger mit der Gemeinde, sondern mit ihrem Dorf verbunden.

Auch in Rapperswil-Jona leben die Einwohner der beiden Stadtteile noch unterschiedliche Mentalitäten, glaubt Stadtpräsident Erich Zoller. Das zeige sich bei Abstimmungen.

Eine Fusion sei aber auch eher ein rationaler, denn ein emotionaler Entscheid. «Die Fusion war für uns finanziell nicht sehr lukrativ. Aber sie vereinfacht die Planung grosser Schritte, wie der neuen Verkehrslösung», so Zoller. Er glaubt, es dauert noch einige Jahre, bis die Stadt nicht nur im Namen und auf dem Papier, sondern auch in den Köpfen der Bewohner fusioniert ist.