Eine Picknick-Decke für 250'000 Ostschweizer

«Big Nik» heisst die neuste Idee des St. Galler Künstler-Duos Frank und Patrik Riklin. Die beiden Zwillingsbrüder nähen mit Freiwilligen zusammen an einer überdimensionierten Picknick-Decke. Jeder und jede aus der Region soll schliesslich darauf Platz finden.

Patrik (link) und Frank (rechts) Riklin sehen zusammen mit Rolf Geiger, wie ihr Projekt «Big Nik» immer grösser wird. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Patrik (links) und Frank (rechts) Riklin sehen zusammen mit Rolf Geiger, wie ihr Projekt «Big Nik» immer grösser wird. SRF

Die Idee ist wegen ihrer schieren Grösse eigentlich zum Scheitern verurteilt. Aus alten Vorhängen, vergilbten Leintüchern und altmodischen Duvets wollen die Riklin-Brüder eine Picknick-Decke für 252'144 Menschen kreieren. Für exakt soviele Menschen, die zwischen Herisau, St. Gallen und dem Bodensee wohnen. Die Decke wäre so gross wie hundert Fussballfelder.

«Wir wollen die Grenzen des Möglichen sprengen», sagt Frank Riklin, einer der beiden Zwillingsbrüder aus St. Gallen, die mit ihren Null-Sterne-Hotels schon früher international für Aufsehen sorgten. «Die einzelnen Decken können wir durch einen Klettverschluss miteinander verbinden. Ein Baum, ein Haus oder ein Auto stellen so kein Hindernis dar», erklärt sein Bruder Patrik. Die Idee ist, im Juni zum ersten Mal alle fabrizierten Decken aneinander zu hängen. Die Bevölkerung soll anschliessend ein riesiges Picknick-Fest feiern.

Das Kunstprojekt entstand als Auftrag für die «Regio St. Gallen». Die Marketing-Organisation von 44 Gemeinden aus der Region will damit vor allem die Textilgeschichte der Region wieder aufleben lassen.

« Das Projekt soll zeigen, dass wir gemeinsam mehr erreichen können. Jeder kann etwas dazu beitragen. Das macht das Projekt aus Sicht des Marketings einzigartig. »

Noch sind die Riklin-Brüder aber weit weg von ihrer Vision. Nach der Nähoffensive in den Olma-Hallen werden wohl erst zwei Prozent der benötigten Decken fertig sein. «Das Schöne an einer Vision ist ja, dass sie gar nicht erfüllt werden muss. Schon der Prozess ist spannend», sagen die beiden Zwillingsbrüder dazu.