Erdbebengefahr zu hoch - kein Geothermie-Kraftwerk im Oberthurgau

Die Elektrizitätswerke des Kantons Thurgau (EKT) stoppen das Erdwärme-Kraftwerk im Oberthurgau. Eine Studie ergab, dass das Erdbebenrisiko zu hoch sei. Die EKT prüft nun andere Geothermietechnologien und -standorte.

Geothermie Bohrturm in St. Gallen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das St. Galler Geothermie-Projekt diente im Kanton Thurgau als Vorbild. Doch auch dieses Projekt scheitert. SRF

Nach dem Erdbeben bei den Bohrungen in der Stadt St. Gallen hat die EKT eine Studie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse zeigen nun, dass eine Umsetzung eines Geothermie-Kraftwerks nicht realisierbar ist, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Für das nun eingestellte Projekt sei rund eine halbe Million Franken ausgegeben worden, erklärte Jolanda Eichenberger, CEO der EKT.

Geplant war ein ähnliches Projekt wie in St. Gallen: Mit einer Tiefenbohrung wäre heisses Wasser aus dem Untergrund gefördert worden, das anschliessend wieder zurückgeführt worden wäre. Die als Standort in Frage kommende Region zwischen Arbon, Romanshorn und Amriswil liegt in der gleichen Störungszone wie das Bohrloch in St. Gallen.

Die EKT suchen nun andere mögliche Standorte und prüfen weitere Technologien. Bevor ein neues Projekt angefangen wird, müsse die Thurgauer Regierung eine gesetzliche Sicherheit zum Umgang mit dem Untergrund ausarbeiten, damit anschliessend auch tatsächlich gebohrt werden kann, verlangt die EKT.

Zudem müsse eine Versicherungslösung vorliegen für Schäden, die durch die Seismik sowie die Geothermie-Bohrungen entstehen könnten.