«Es ist Aufgabe der Schule, die Kinder zu unterrichten»

20 bis 30 Prozent der Kinder, die in den Kindergarten kommen, können kein Deutsch. In einzelnen Fällen verlangen Thurgauer Gemeinden, dass sich die Eltern an den Kosten für den Deutschunterricht ihrer Kinder beteiligen. Der Präsident der St. Galler Schulträger, Thomas Rüegg, ist skeptisch.

Thomas Rüegg, Schulpräsident in Rapperswil-Jona, im Studio. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Thomas Rüegg, Schulpräsident in Rapperswil-Jona. SRF

Die Gemeinde Sirnach TG etwa will verlangen, dass Eltern von Kindern, die in der Schweiz geboren wurden und bis zum Kindergaren trotzdem überhaupt kein Deutsch können, sich an den Kosten für den Deutschunterricht beteiligen.

Kein guter Weg, meint Thomas Rüegg, der im Kanton St. Gallen dem Verband der Schulpräsidenten vorsitzt. Die Schule habe den verfassungsmässigen Auftrag, die Schülerinnen und Schüler ihren Voraussetzungehn entsprechend zu unterrichten. Eine Kostenbeteiligung finde er nicht angebracht.

Den Deutschunterricht grösserer Kinder (ab der vierten Klasse) hat Rapperswil-Jona an eine Privatschule ausgelagert. Die Kinder nehmen dort während mehrerer Wochen an einem Intensiv-Deutschunterricht teil. Im Interview erklärt Thomas Rüegg, was die Überlegungen der Gemeinde dazu waren.