Exporte nach China: Glarus ist Spitzenreiter

Anfang Juli hat die Schweiz mit China ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Rund 10 Prozent der Glarner Exporte wandern nach China. Damit ist Glarus kantonaler Spitzenreiter bei Exporten in das Reich der Mitte. Hauptsächlich dafür verantwortlich ist die lokale Maschinenindustrie.

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Glarus ist Exportmeister

2:42 min, aus Schweiz aktuell vom 16.7.2013

Weniger oder gar keine Zölle: Dies gilt gemäss dem am 6. Juli unterzeichneten Freihandelsabkommen für eine grosse Mehrheit der nach China exportierten Produkte. Bereits heute Spitzenreiter bei Exporten in das Reich der Mitte ist der Kanton Glarus. 9,9 Prozent seiner Exporte sind für China bestimmt. Der kantonale Durchschnitt liegt bei 3,7 Prozent.

Maschinenindustrie im Export stark

Der in Näfels ansässige Maschinenfabrikant Netstal ist heute mit über 400 Mitarbeitern der grösste Arbeitgeber der Region und auch massgeblich für die hohe China-Exportquote des Kantons verantwortlich. Schon seit Längerem unterhält die Firma ein eigenes Abkommen mit China und ist deshalb bereits heute von Zöllen befreit. Spezialisiert hat sich die Firma auf die Produktion von Maschinensystemen für die Verpackungsindustrie. Mit den Glarner-Spritzgiessmaschinen werden in der ganzen Welt Verpackungen für Nahrungsmittel hergestellt.

Besonders Produktionssysteme für PET-Getränkeflaschen finden derzeit reissenden Absatz in China. Gegenüber «Schweiz aktuell» erläutert Netstal-CEO Hans Ulrich Golz, dass die Nachfrage nach effizienten PET-Flaschenanlagen mit dem starken Bevölkerungswachstum der Volksrepublik zusammenhinge: «Wir haben in China die Tendenz, dass sehr viele Einwohner zunehmend in die Städte ziehen. Gerade in den Städten brauchen sie sauberes Trinkwasser und für dieses natürlich auch saubere Behältnisse.»

Stolz auf die hohe Exportquote ist auch Heinz Martinelli, Leiter Wirtschaft und Arbeit des Kanton Glarus: «Das Ziel des Abkommens ist eine verstärkte Zusammenarbeit. Wir wollen als kleiner Kanton einen Beitrag dazu leisten und dies scheint uns zu gelingen.»

Schon früh nach aussen orientiert

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts blüht die Textilbranche im Bergkanton: Die zahlreichen Bergbäche sind die Motoren der Industrie. Ein Grossteil der Produktion ist schon damals für das Ausland bestimmt. Der Strukturwandel Ende des 19. Jahrhunderts fordert schliesslich neue Innovation. Diese bringt Glarus in die Maschinen-, Kunststoff- und chemische Industrie.