«Fall Wüst»: Fehler machte Regierungsrätin Heidi Hanselmann

220'000 Franken für nicht bezogene Ferien und Überstunden. Diese Abgeltung des ehemaligen Generalsekretärs sorgte für Kritik. Die Vorsteherin des Gesundheitsdepartements hätte das Zeitguthaben ihres Generalsekretärs besser kontrollieren müssen. Zu diesem Schluss kommt die Finanzkommission.

St. Galler Regierungsrätin Heidi Hanselmann Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Heidi Hanselmann stehe zu ihrem Fehler und bedauere diesen. Keystone

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Motion hängig:

Die Fraktionen von CVP-EVP, FDP und SVP fordern Anpassungen im Personalrecht. Die Motionäre wollen eine Regelung wie beim Bund: So soll für Kaderleute die Vertrauensarbeitszeit eingeführt werden; Mitarbeitende ab einem Bruttoeinkommen von 120'000 Franken können keine Mehrarbeit, Überzeit und Gleitzeit mehr kompensieren.

«Unabhängig davon, wie besonders das Vertrauensverhältnis zum Generalsekretär gestaltet war, gehört es zur Führungsverantwortung der Vorgesetzten, das Zeitmanagement ihrer Direktunterstellten hinsichtlich Ferien und Arbeitszeiten zu kontrollieren und entsprechende Massnahmen durchzusetzen», heisst es in der Mitteilung der St. Galler Finanzkommission zum «Fall Wüst». Die Regierungsrätin Heidi Hanselmann hätte jeweils im Jahresgespräch das Zeitguthaben kontrollieren müssen und bei Bedarf abbauen. So wäre es nicht zu einer Anhäufung gekommen, so der Präsident der Fiko Kurt Alder.

In Zukunft soll die gesamte Regierung über eine Abgeltung eines Generalsekretärs entscheiden und nicht nur der entsprechende Vorsteher.

Es sei nun an jedem Departementsvorsteher die Zeitguthaben seiner Kaderleute zu kontrollieren und sich zu überlegen, wie man diese abbauen würde, so Kurt Alder weiter. Zudem dürfe vom Kaderpersonal gewisse Überstunden erwartet werden, diese seien im Gehalt inbegriffen. Ferien, diese müsse man beziehen. Die Finanzkommission werde dieses Thema von nun an ständig im Auge behalten.