Flüchtlinge unter dem eigenen Dach

Sollen Privatpersonen Asylsuchende bei sich Zuhause aufnehmen - ein Frage, die die Politik spaltet. Die Flüchtlingshilfe plädiert dafür.

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Bildlegende: Gemeinsam unter einem Dach leben: Private wollen Asylsuchenden ein Zuhause bieten. Keystone

Viel braucht es nicht, um einen Asylsuchenden privat unterzubringen: Ein eigenes Zimmer mit Bett, ein seperates WC, eine Küche zur Mitbenützung. Soweit die Infrastruktur, die es dazu braucht. «Die Gastgeber müssen aber bereit sind, Zeit zu investieren», sagt Stefan Frey, Mediensprecher der schweizerischen Flüchtlingshilfe. Die Asylsuchenden seien darauf angewiesen, im Alltag unterstützt zu werden. Eine Entschädigung für die Gastgebenden ist nicht vorgesehen. «Sie erhalten für das Zimmer einfach die entsprechende Monatsmiete.»

Privatunterkünfte anbieten - ein Thema das auch die Sozialämter beschäftigt. Sie sind es, die in vielen Kantonen für die Vermittlung von Asylsuchenden zuständig sind. «Grundsätzlich ist das kein Problem», sagt der Leiter des Gossauer Sozialamtes, Jigme Shitsetsang. Wichtig sei aber, dass jeder, der ein Privatzimmer anbiete, die Konsequenzen kenne. «Aufwändig wird es dann, wenn sich jemand kurzfristig aus dem Mietverhältnis zurückziehen will.»