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Bauer Mathias Schildknecht: «Ich habe einfach Freude»
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 22.10.2019.
abspielen. Laufzeit 05:32 Minuten.
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Frischer Most Im Obstgarten und in der Mosterei herrscht Hochbetrieb

Der Herbst hält Einzug in der Ostschweiz. Es hat Nebel, die Bäume sind farbig, vor den Restaurants stehen «Metzgete»-Tafeln und an vielen Orten gibt es frischen Apfelsaft.

Und dieser Apfelsaft ist vielfach aus der Region. Jeder zweite Liter kommt nämlich aus Mostindien, aus dem Kanton Thurgau. Bis aus einem Apfel am Baum ein Schluck frischer Saft wird, braucht es einige Arbeitsschritte.

Die ersten Schritte geschehen in der Natur – zum Beispiel im Obstgarten von Mathias Schildknecht. Auf seinem Betrieb in Mörschwil gibt es 650 Hochstammbäume mit 20 verschiedenen Sorten.

200 Tonnen müssen geerntet werden

Im Moment hat der Bauer gerade alle Hände voll zu tun. Es ist Hochbetrieb. Gut 200 Tonnen Äpfel müssen geerntet werden. Wann die richtige Zeit für die Ernte ist, das merkt Mathias Schildknecht relativ schnell: «Ganz einfach, wenn die Äpfel auf dem Boden liegen, dann sind sie reif.»

Wenn die Äpfel auf dem Boden liegen, sind sie reif.
Autor: Mathias SchildknechtBauer

Von Hand ernten muss er nicht mehr, für das gibt es Maschinen. Ganz alle Äpfel schaffen es nicht bis in die Mostpresse. Die faulen Äpfel wirft Schildknecht gleich wieder zurück auf den Boden. Denn: Qualität sei wichtig.

Bäume werden gespritzt

Damit die Qualität stimmt, kommen auch Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Ganz so Bio, wie es in der Natur draussen auf den ersten Blick wirkt, ist es also nicht. «Stimmt», sagt Mathias Schildknecht, «aber auch wenn ich Bio machen würde, müsste ich die Bäume spritzen. Wenn wir einigermassen schönes Obst produzieren wollen, brauchen wir Pflanzenschutzmittel.»

Auf seinem Betrieb produziert Schildknecht vor allem Mostäpfel. Die seien etwas saurer als die Äpfel, die zum Essen gedacht seien. Seine ganze Ernte verkauft er der Mosterei Möhl in Arbon.

Die Äpfel verschwinden im Boden

Ein bis zwei Mal pro Tag fährt er im Moment in die Mosterei. Dort werden die Äpfel zuerst gewogen, dann wird die Qualität kontrolliert und schliesslich landen sie im Silo.

Bauer lädt Äpfel ab.
Legende: Bei der Mosterei landen die Äpfel im Silo. SRF/Patrik Kobler

Die Bauern leeren die Äpfel in ein Loch. Unter dem Boden werden sie gewaschen und weiter verarbeitet. Auch hier kommen Maschinen zum Einsatz. Die Zeiten, als von Hand gepresst wurde, seien lange vorbei, sagt Betriebsleiter Giorgio Möhl.

Aus einem Kilo Äpfel gibt es 0,78 Liter Saft

Die Presse gleicht ein wenig einer Waschmaschine. «Pro Presse laden wir etwa zehn Tonnen Apfelmaische. Dann findet etwa während 60 bis 90 Minuten der Pressvorgang statt. Der Zylinder dreht sich, damit die Maische immer wieder aufgelockert wird. Und die Presse fährt mit dem Druckmantel auf und zu», erklärt Giorgio Möhl.

Giorgio Möhl vor einem Förderband.
Legende: Giorgio Möhl, Betriebsleiter der Mosterei Möhl in Arbon. SRF/Patrik Kobler

Aus einem Kilo Äpfel gibt es 0,78 Liter Saft. Der Rest ist Abfall, der sogenannte Trester, der als Futter zurück an die Bauern geht. Insgesamt verarbeitet die Mosterei jährlich 30'000 Tonnen Äpfel.

Im Herbst ernten, im Sommer trinken

Hochsaison ist im Herbst. Am meisten Apfelsaft konsumiert wird aber im Sommer, dann wenn es heiss ist. Das heisst, der Saft muss haltbar gemacht werden. «Hierfür entziehen wir dem frischgepressten Saft das Wasser. Das Konzentrat lagern wir dann ein. Später können wir dann wieder Wasser hinzugeben und haben so wieder Apfelsaft», sagt Giorgio Möhl.

Vom Lager gelangt der Saft schliesslich in die Abfüllanlage und von dort schliesslich in Flaschen in den Verkauf.

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