Gastroverband AR hebt den Mahnfinger in letzter Sekunde

Die Ausserrhoder Wirte und Hoteliers sind unzufrieden mit dem neuen Tourismusgesetz. Die Finanzierung soll neu geregelt werden, so das Anliegen. Der Tourismusverband hält nichts von der Idee.

Kalte Platte auf Wirtshaustisch Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gemütliches Einkehren im Restaurant. Der Tourismus vermarktet dies. Aber wer soll die Vermarktung bezahlen? ZVG/Appenzellerland Tourismus

Der Verband Gastro Appenzellerland AR interveniert quasi in letzter Sekunde gegen das neue Tourismusgesetz von Appenzell Ausserrhoden. Sämtliche Kantonsräte wurden deshalb vom Verband angeschrieben und aufgefordert, nochmals über das Gesetz zu diskutieren.

Viele Profiteure

Der Verband stört sich an der Finanzierung des Tourismus. Diese wird hauptsächlich durch die Abgaben der Gastronomie- und Hotelbetriebe sichergestellt. «Profitieren können aber weit mehr als nur die zahlenden Betriebe», so der Verbandspräsident Markus Strässle. Auch die Gewerbebetriebe würden profitieren, wenn der Tourismus floriert.

Viel lieber sähe es der Gastroverband, wenn der Tourismus durch Steuergelder finanziert würde. Der Tourismus wäre dann besser in der Bevölkerung verankert, zeigt sich Markus Strässle überzeugt. Beim Tourismusverband ist man von dieser Idee nicht überzeugt. Die Finanzierung soll so bleiben, wie sie ist.

Kontraproduktiver Antrag?

Für SVP-Kantonsrat Florian Hunziker ist unklar, was passieren würde, falls der Antrag des Gastroverbandes Anklang findet. «Dieser besagt lediglich, dass der Finanzierungsauftrag aus dem Gesetz gestrichen wird», so Hunziker. Das regle aber noch nicht, wie der Tourismus künftig finanziert werden solle.

Zweite Lesung

Der Kantonsrat entscheidet am 13. Juni in zweiter Lesung über das Tourismusgesetz – und somit darüber, wer den Ausserrhoder Tourismus künftig finanzieren soll. Dann wird sich zeigen, ob sich die angeschriebenen Kantonsräte umstimmen lassen.